Vorrede. VII
Erachtens die Ausführungen von Trendelenburg in sei-nen logischen Untersuchungen,*) meisterhaft nach Formund Inhalt. Aber die Höhe und Weite, in der hier dieAufgabe erfasst wird: der Zweck als weltbildendes Prin-cip, warf mir für den beschränkten Gesichtspunkt, unterdem ich den Zweck zu betrachten hatte: die Bedeutungdesselben für den menschlichen Willen nichts ab, undauch bei anderen Schriftstellern habe ich nichts gefun-den, was mich in dieser Richtung befriedigte, weder beiPhilosophen, noch Juristen.
So habe ich mich denn genöthigt gesehen, selber dasProblem in Angriff zu nehmen. Dem Versuch seinerLösung ist der erste Theil der Schrift (der Zweckbegriff)gewidmet. Ich hatte ursprünglich für beide Theile nureinen massigen Band gerechnet. Während der Ausarbeitungnahm jedoch schon der erste Theil allein eine solcheAusdehnung an, dass ich für ihn einen eigenen starkenBand in Aussicht nehmen musste, und auch dies erwei-terte Mass bin ich nicht im Stande gewesen innezuhalten,indem ich mich aus äussern Gründen, um den erstenBand im Verhältniss zum zweiten nicht zu sehr anschwel-len zu lassen, genöthigt gefunden habe, die Schlusskapiteldes ersten Theils dem zweiten Bande zu überweisen unddadurch ein äusseres Gleichgewicht beider zu erzielen.
Die Aufgabe des ersten Theils hat mich auf einGebiet versetzt, auf dem ich Dilettant bin. Wenn ich esje bedauert habe, dass meine Entwicklungszeit in einePeriode gefallen ist, wo die Philosophie in Misscredit
*) Logische Untersuchungen, Bd. 2, Aufl. 3. Leipzig 1870,S. 14 u. ff.