Druckschrift 
Die römischen Stationsorte und Straßen zwischen Colonia Agrippina und Burginatium und ihre noch nicht veröffentlichten Alterthümer : nebst einem Excurse über Spuren römischer Niederlassungen und Straßen, wie über germanische Alterthümer zwischen Rhein und Maas
Entstehung
Seite
54
Einzelbild herunterladen
 

54

dem Dorfe Birten neben dem Fürstenberge Anstoss erregen,zumal der schon früher von Pighius und nach ihm vonVielen geglaubte Zusammenhang jener Namen von dem umdie Erforschung niederrheinischer Alterthümer hochverdientenFiedler, Bonner Vereinsjahrb. XXIII. S. 48, erst jüngstwieder bekämpft worden ist. Wenn aber dabei auch derUmstand geltend gemacht wird, dass das Dorf Birten vor-mals nicht,, wie jetzt, am Südabhange des Fürstenbergesgelegen, sondern wegen der Veränderungen des Rheinlaufs,nach dem Ausweis alter Karten, zweimal seit dem 16. Jahrh.seine Stätte von Osten nach Westen vorgerückt habe, sokann ich diesem Grunde kein so grosses Gewicht beilegen.Abgesehen davon, dass die über die Zeit jener Angabenhinausreichende Lage und Ausdehnung des Ortes völligunsicher und unbestimmbar ist, hat die Entfernung gegenOsten hin, wo der Rhein immer entgegen trat oder Gefahrbrachte, zu keiner Zeit sehr bedeutend, am wenigsten aberfür die Römer ein Hinderniss sein können, nach ihrerüberall nachweisbaren Gewohnheit, auch hier den für denOrt und seine Feldmark vorgefundenen heimischen Namenauf das von ihnen angelegte Castell zu übertragen. Dennich denke nicht daran, nach dem Vorgange des Pighius, dendeutschen Namen aus dem römischen abzuleiten, sondernglaube, dass in diesem der altgermanische oder gallischeNamensstamm, wie er auch vor den ältesten von Fiedlernachgewiesenen Schreibungen gelautet haben mag, mitromanisirter Form und Endung enthalten sei. Möglich istes, dass auf diese die überall erkennbare Neigung desVolkes, mit den ihm unverständlichen fremden Worten undNamen ihm bekannte ähnlich klingende in Verbindung zubringen, nicht ohne Einfluss war, was auch bei Novesiumder Fall gewesen zu sein scheint, dessen Stamm in demalten Namen des nahen Ortes und ganzen Gaues Nivan-heim zu suchen ist. Den beiden Stellen des Tacitus, Histor.IV. 21 und V. 14, wo castra dem Namen Vetera, nichtanders freilich, als häufig urbs oder oppidum den Städte-namen, nachgesetzt ist, kann die Mehrzahl derer, wo diesnicht der Fall ist, wie auch Annal. I. 45: loco Vetera nomen