Druckschrift 
Die römischen Stationsorte und Straßen zwischen Colonia Agrippina und Burginatium und ihre noch nicht veröffentlichten Alterthümer : nebst einem Excurse über Spuren römischer Niederlassungen und Straßen, wie über germanische Alterthümer zwischen Rhein und Maas
Entstehung
Seite
27
Einzelbild herunterladen
 

27

in.

Geldnba, Gellep oder Gelb.

Obgleich dies den Rhein hinab die erste nach Neussgenannte Station ist, so fehlt es doch zwischen beiden Ortennicht an mancherlei Spuren von Niederlassungen der Römeroder der romanisirten Ubier, welche theils unmittelbar an,theils wie Gelduba selbst, seitwärts von der altern Heer-strasse gelegen waren. Nach den bei Neusserfurth, '/ 4 Stundenördlich von Neuss, vorgekommenen Spuren haben sich dienächsten, so viel mir bekannt geworden, 1 Stunde weiterbei dem vormaligen Kloster und jetzigen Rittergute Meer,in zahlreichen römischen Ziegeln und einer schönen Bronce-lampe, die darauf folgenden wieder '/ 4 Stunde weiter beidem Dorfe Strümp, in Gräbern mit Thongefässen, die inden Besitz verschiedener Sammler gekommen sind, gefunden.Vielleicht gehört zu diesen auch ein altes Mauerwerk amRheinufer, welches nur bei niederem Wasserstande sichtbarist, und von den Umwohnern für den Rest eines römischenBrückenkopfes ausgegeben, von Anderen jedoch einer spätemZeit zugeschrieben wird. Ferner sind westwärts von Gellepin der von Süden nach Norden streichenden und bis an dieOstseite von Crefeld sich erstreckenden Niederung, schonfrüher und noch kürzlich vielfältige Auffindungen gemachtworden, welche den sichern Beweis liefern, dass das in dieserNiederung und deren scharf geschnittenen westlichen Ufer-rändern deutlich erkennbare Wasserbecken einer vorge-schichtlichen Zeit zugehört, und jedenfalls während der rö-mischen Herrschaft schon trockener Boden gewesen ist.Zudem macht die Menge und Beschaffenheit der Funde esglaublich, dass sie nicht sämmtlich von Gelduba, sonderntheilweise wenigstens von Wohnsitzen der romanisirten Ubierherrühren, deren Namensstamm wie in Gelduba, so auch indem zwischen diesem und Crefeld nahe bei Linngelegenen Dorfe Ubheim, jetzt Oppum, nicht zu verkennenist. Was gerade in dieser Umgebung gefunden worden ist,soll dem, was Gelduba unzweifelhaft zugehört, vorhergehen.