— 65 —.
7 Patres:
1.) Thaddaeus v. den Berck, Prior, a. Udem
2.) Matthias Greven, senior, a. Kempen.
3.) Thomas Beissel a. Aachen.
4.) Johannes v. Beckum a. Uden.
5.) Andreas v. der Meir a. Lüttich.
6.) Paulus Pulgers a. Kempen.
7.) Augustinus Jansen a. Overassel bei Grave.
6 Laienbrüder.
Die Wallfahrt nach Marienbaum, die bis zum Tode der Kloster-stifterin Maria von Burgund zu großen Hoffnungen für die Zukunftzu berechtigen schien, entsprach nicht den gehegten Erwartungen.Wohl zogen aus den meisten diesseits und jenseits des Rheinesnäher gelegenen Ortschaften alljährlich und auch bei bestimmtenAnlässen besondere Prozessionen nach Marienbaum, allein einenweit verbreiteten Ruf erlangte die Wallfahrt nicht. Die einzigeProzession, die übernachtete, war die von Bocholt. Kevelaer über-flügelte in dieser Beziehung, obschon zweihundert Jahre jünger, beiweitem Marienbaum. Und doch mußte das Gnadenbild in Marien-baum auf die Pilger eine größere Anziehungskraft ausüben als dasso unscheinende Bildchen in Kevelaer. Auch war Marienbaum in-mitten der beiden weitbekannten Städtchen Calcar und Xanten weitromantischer gelegen. An wunderbaren, selbst von Stadtgemeindertbis in's 18. Jahrh. hinein beglaubigten Gebetserhörungen fehlte esebenfalls nicht. Was war, so fragt man unwillkürlich Schuld daran,daß es mit der Wallfahrt in Marienbaum nicht ziehen wollte. Wares die strenge Klausur der Birgittinnen, die es den Brüdern unmög-lich machte, mit den Wallfahrern in nähere Berührung zu treten,oder war es die Aufstellung des Bildes auf den Hochaltar desBrüderchores, das auch der Klausur unterlag, oder wurde den Pil-gern zu wenig geboten? In Kevelaer war das alles anders- Hierwaren neben der Pfarrkirche eine große Kapelle und eine kleineremit dem Gnadenbildchen, das jedem zugänglich war. Hier warenseit 1646 die Oratorianer und unter ihnen seit 1657 besondersJohannes Stalenus aus Calcar mit großem Eifer für die Wallfahrttätig und nahmen sich derselben mit aller Liebe an. Und seitdemdas kirchliche Leben im verflossenen Jahrhunderte wieder erwachtwar, bot Kevelaer alles auf, um den Wallfahrern entgegen zu kom-men, während man dies von den Pfarrern in Marienbaum wohlnicht wird behaupten können. Ob die Bemühungen des zeitigenPfarrers von Erfolg sein werden, muß die Zukunft lehren.