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Ursprünglich hatte Garborg es sich alseine Art Seiten- und Ergänzungsstück zu„Müde Seelen" und zu „Frieden" gedacht;etwa so: nicht bloss der seelenzerfressendeSkeptizismus und die selbstzerfleischendeReligiosität, sondern auch der Altruismus isteine Krankheit des Gemütes, Dekadenz. Ichglaube jedoch, die Arbeit hat sich ihm unterder Arbeit verwandelt. Er hat für dasChristentum wieder frische Sympathie ge-wonnen. Auch sein Aufsatz „Der Glaubean das Leben" („Die Zeit", Nr. 27) deutetin diese Richtung; die Religion ist ihm so-gar mehr als ein blosses „tolerari posse"geworden. In die Figur Paal Haaves, desreligiösen Menschen, des Christen hat erdaher alles Rührende versammelt, alle Güteund Menschenliebe hineingelegt, deren seinHerz und seine Phantasie überhaupt fähigwaren. Eine alte Neigung spricht aus ihrund eine nie ganz erstorbene Sehnsucht —
wem die Religion einmal im Blute liegt-------
Ob jedoch der Kopf davon etwas wissenwill? Unklar ist die Antwort, und das machtdie Fragwürdigkeit des Stückes aus. Ist„Der Lehrer" nur einfach die Tragödie vomMenschen, vom Unzulänglichen des reinstenWollens, die Tragödie, die aus einem un-heilbaren Dualismus unserer Natur erwächst?Oder will es sagen, dass Christsein etwas