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offenbar seinen zweiten Vorgänger Bruning nicht mit, weil ernicht zur Weihe gelangte, so dass Bischof Udo, der mütterlicheOheim Hermanns I., als dessen erster Lehnsherr zu erkennenist (S. 164 f.). Mit der Burg werden auch die dem Stifte Hil-desheim im Süden des Flenithigaus gehörigen Besitzungen, inderen Mittelpunkte die Burg lag, in Hermanns Lehnbesitz ge-kommen sein.
Da Udo seinen Neffen mit dem „castrum Winzenburg" be-lehnte, so bestand die Burg zu Anfang des 12. Jahrhundertsschon und Graf Hermann I. kann sie nicht erbaut haben, wiebislang allgemein behauptet ist. Die Schuld an diesem Irrthumfällt dem Abt Reinhard von Reinhausen zur Last, der in seinemBericht über die Gründung seines Klosters 1 ) sich unklar aus-drückt, indem er sagt: „Hie (Hermann I. von Winzenburg)quia patre Bavrus fuit, domui suae, quam exstruxit, nomen dese indidit." Diese Worte hat man fälschlich so verstanden, dassHermann, weil er ein Graf von Windberg gewesen, die von ihmerbaute Burg „Winzenburg" genannt habe 2 ), während der Abtohne Zweifel sagen wollte, Hermann habe, da er seiner Ab-stammung nach ein Baier war, seinen (schon vorhandenen) Burg-sitz durch einen Anbau oder Vorbau (domus) vergrössert,welchem er einen mit Baier verbundenen Namen (Baierberg)gab. So entstand ausserhalb der eigentlichen Burg (dem Castro)eine neue Befestigung, die wir uns als Vorburg mit der Be-stimmung zu denken haben, den Zugang zur Hauptburg nochmehr zu decken und daneben als Wohnung der Burgmänner unddes aus Baiern mit herübergekommenen Gefolges des Grafen zudienen. Demgemäss unterscheidet das Chron. Hildesh. 3 ) nochunter der Regierung des Bischofs Konrad IL von Hildesheim(1221—1246) das superior castrum Wincenburg und den monsBawarorum in eodem castro 4 ), und ebenso trennt Bischof Sieg-fried I. in seinem Rechenschaftsbericht über seine Verwaltungvom Jahre 1221 5 ) das castrum Wincenborch von dem Baierberch.
Schwer ist es bei der Lage der Burg ihre grosse Bedeu-tung zu erklären. In fast unwegsamer Gegend gelegen, be-
!) S. Anhang. — 2 ) Vgl. Koken, W. 14, 17, 96. — 3 ) In M. G. SS. VII,860; fehlerhaft bei Leibniz a. a. 0. I, 752. — ") Der jetzt nicht mehr be-kannte Name Baierberg hat sieh bis 1522 erhalten. S. Lüntzel, Stiftsfehde91, Note. — 5 ) Koken, W. 181 u. a. 0.