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erbaut hatte. Welchen Namen dieselbe führte, wann und auswelchen Ursachen die Grafen sie verliessen, um auf der Asle-burg im Ambergau eine neue Heimath zu gründen, darüber sindwir ohne jede Nachricht; nur dass es vor 984 geschah, ist ur-kundlich zu erweisen.
Für die Richtigkeit meiner Behauptung von der Ueber-siedelung der Grafen von Assel aus dem Flenithigau in denAmbergau finde ich noch ein schwaches Argument in der Namens-ähnlichkeit zweier in der Nähe der verlassenen und der neuenBurg gelegenen Lokalitäten. Ein Teich am Fusse des Berges,auf welchem einst die Winzenburg stand, heisst noch heute derApenteich 1 ), und unfern der Asleburg treibt das "Wasser desAsselgrabens noch gegenwärtig eine östlich vom Dorfe Hohen-Assel gelegene Mühle, die Apenburg-Mühle. Sie scheint einZubehör der nahen Apenburg gewesen zu sein, über die abernichts bekannt ist. Ob man danach berechtigt ist, eine Apen-burg etwa als Appendix der Asleburg anzusehen, und darausfolgern darf, dass die Grafen von Assel den Namen ihrer früherenBurg im Flenithigau auf diese im Ambergau übertrugen, mussdahingestellt bleiben.
In das helle Licht beglaubigter Geschichte tritt die Winzen-burg erst im Jahre 1109, und zwar als ein Besitzthum desGrafen Hermann I. von Winzenburg. In diesem Jahre sandte,wie die Hildesheimer Annalen 2 ) berichten, König Heinrich V.eine Gesandtschaft nach Born, um mit dem Papste über seineKrönung zu verhandeln. Unter den fürstlichen Botschaftern(principes) wird der comes Herimannus de Winceburch genannt.Dieser war also, da er sich nach der Burg nannte, derzeit Be-sitzer derselben, nicht aber, wie allgemein und fälschlich ange-nommen ist, auch ihr Erbauer (S. 33 f., 48).
Woher der Name Winzenburg kommt, hat man verschiedenzu erklären gesucht. Einige glaubten ihn nach einer Angabeder Hildesheimer Annalen 3 ) zum Jahre 1038 auf den Begräbnissorteines Pfalzgrafen Siegfried (von Querfurt?) deuten zu müssen,der Winciburch genannt wird, und setzten danach den Namens-
J ) Apen = verspotten, nicht „offen", wie Heinze, Gesch. der StadtAlfeld, 31 angiebt. — 2 ) In M. Q. SS. HI, 112; Ann. Saxo das. VI, 747. —3 ) Bei Leibniz, SS. r. Br. I, 729; M. G. SS. HI, 102.