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Geschichte der Grafen von Winzenburg
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1129') erfahren wir, dass Hermann in Thüringen den Titel land-gravius führte, wohl zur Unterscheidung von dem verlorenenMarchiat in Meissen.

Wie durchaus verschieden sein Amt in Thüringen von derreichslehnbaren Würde der späteren Landgrafen von Thüringenwar, zeigen am deutlichsten die Annales Erphesfurd. zum Jahre1130 2 ), die Hermann principalis comes Thuringiae nennen. Dieserseiner bevorzugten Grafenstellung in Thüringen entsprach derUmfang des ihm unterstellten G-ebiets. Dasselbe wird von denChronisten comitatus oder principatus genannt und scheint auseiner Vereinigung verschiedener alter Grafschaften bestanden zuhaben, worin die Ausübung der hohen Gerichtsbarkeit den Kernder ihm vom Kaiser verliehenen Eechte bildete. Der Landgrafen-titel, welchen Ludwig I. nach dem Sturze Hermanns I. vonWinzenburg (1130) als erster Landgraf in Thüringen führte,hatte mit dem Titel landgravius des Letzteren nichts als denNamen gemein.

Die dritte Jahresgruppe endlich wird nur durch eine Ur-kunde vom 23. Mai 1139 repräsentiert, in welcher der ErzbischofAdelbert IL von Mainz den marchio Herimannus schadlos zuhalten verspricht für drei dem Kloster Katelnburg zurückge-gebene Lehnszehnten (S. 126). Unter den Zeugen erscheint der-selbe marchio Herimannus, dessen Identität mit dem GrafenHermann IL von Winzenburg durch seinen die Urkunde mit-bezeugenden Bruder Heinrich, der sich hier von Asleburg nennt,ausser Zweifel gestellt wird.

Aus welchem Anlass der jüngere Hermann v. W. sich hiermarchio nennen durfte, geht aus seiner Lebensgeschichte hervor.Albrecht der Bär, seit Januar 1139 im hoffnungslosen Kampfegegen den Herzog Heinrich den Stolzen, der sich mit Waffen-gewalt wieder in sein ihm vom König Konrad HI. abgesprochenesHerzogthum Sachsen gesetzt hatte, war von diesem im Mai d. J.mit den Grafen Bernhard von Plötzkau und Hermann IL vonWinzenburg bis nach Thüringen zurückgedrängt. Am 23. Mai d. J.war Albrecht mit beiden Grafen bei dem eben so staufisch wiesie selbst gesinnten Mainzer Prälaten auf dem Eusteberge, demAusstellungsorte der vorgenannten Urkunde. Am Tage vorher

i) Stumpf, R. K. Nr. 3245. s ) M. G. SS. VI, 538 u. a. 0.