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Geschichte der Grafen von Winzenburg
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Nicht lange nach Ottos Tode legte Heinrich der Löweseine gewaltige Hand ohne erkennbaren Rechtstitel auf dessenErbe 1 ). Da ergriff im Jahre 1178 der soeben aus Italien zurück-gekehrte Erzbischof Philipp I. von Köln für seine Schwester 2 )die Waffen, verbündete sich mit anderen Feinden des Herzogsund drang im Anfange Septembers mit einem ansehnlichen Heeregegen die Weser vor, eroberte mehrere Schlösser des Herzogs,zerstörte Höxter und verheerte das Land bis nach Hameln,worauf es dem Erzbischof Wichmann von Magdeburg gelang,den Frieden zu vermitteln 3 ). Die vom Kaiser über Heinrichden Löwen verhängte Acht (13. Januar 1180) kam Philipp zu Hülfeund die Gräfin Salome gelangte in den Besitz der Asseler Güter.

Ums Jahr 1183 heirathete ihre einzige Tochter Adelheidden Grafen Adolf III. von Schauenburg-Holstein 4 ). Sie starbnach kurzer Ehe am 25. December 1185 5 j. Salome, die Erbinihrer Tochter 6 ), mochte einsehen, dass sie die Asseler Güternicht gegen Heinrich den Löwen behaupten konnte, als dieserim October 1185 aus der Verbannung zurückkehrte Und mut-masslich seine Ansprüche sogleich erneuerte. Sie suchte deshalbdie Güter dem Hei'zoge dadurch zu entreissen, dass sie dieHinterlassenschaft ihres verstorbenen Gemahls, mit Ausnahmeder früher an das Kloster Loccum gekommenen Güter zu Oede-lum 7 ), im Jahre 1186 an die Hildesheimsche Kirche (Bischof

78, Nr. 145, 147, 149; v. Heinemann, C. d. A. I, 478, Nr. 651; Jaffe, Keg.pont. Eom. (Ed. II), II, 529, Nr. 16020; Or. G. III, praef. 39, 40, Note u;v. Hodenberg, Cal. Urkb. HI, Nr. 12, 13. - ] ) Helmoldi chron. a. a. 0. XXI,92. — 2 ) Eigentlich für seine damals noch minderjährige Nichte Adelheid,die Erbin der väterlichen Güter. — 3 ) Chron. Montis ser. in M. G. SS. XXIII,157, wo fälschlich Asse statt Asle gesetzt ist; Or. G. III, 91, 103. — 4 ) Ar-noldi, Chron. Slav. XXI, 143, wo Asle statt Dasle zu lesen ist. — 5 ) St.-T.in Forsch. VI zu S. 584. Ihr Gemahl heirathete später (vor 1201) die GräfinAdelheid v. Querfurt (Z. d. H -V. 4. Jahrg. 1871, 82, Note 3 u. 7. Jahrg.1874 zu S. 177), Schwester des Hildesh.-Würzburg'schen Bischofs Konrad I. —6 ) Schaumann, Gesch. d. nieders. Volkes 495 u. Urk. v. J. 1186 (v. Hoden-berg, Cal. Urkb. III, 16, Nr. 13), wo Erzb. Philipp I. v. Köln ausdrücklichsagt, seine Schwester sei ihrer Tochter hereditario jure suceediert. Ebensospricht das Chron. Hildesh. (M. G. SS. VII, 857) z. J. 1186 von gesetzlicherErbfolge, durch welche das Gut (praedium) auf Salome gekommen. — *) Hasse,Schlesw.-Holst.-Lauenb. Eegg. u. Urkk. Nr. 145, 147, 149, 176, 223; v. Hoden-berg, Cal. Urkb. in, Nr. 12, 13, 17, 18, 21, 23; Jaffe a. a. 0. II, 529,Nr. 16020; v. Heinemann a. a. 0. I, 478, Nr. 651.