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Geschichte der Grafen von Winzenburg
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Unterdessen hatte Heinrich II. (von Werl) gegen seinenkanonisch gewählten Gegner die Waffen ergriffen, doch bliebHeinrich I. von Assel im Besitze des bischöflichen Stuhles solange der Gegenkönig Hermann I. von Luxemburg lebte und dersächsische Krieg es dem Kaiser unmöglich machte, seinen An-ordnungen in Westfalen Geltung zu verschaffen. Als aber Her-mann im Jahre 1088 der Krone entsagt hatte und am 28. Sep-tember desselben Jahres gestorben war, musste Heinrich vonAssel seinem Gegner weichen, der sogleich den bischöflichenStuhl zu Paderborn in Besitz nahm, auf welchem er sich bis zuseinem Tode (1127) behauptete.

Der vertriebene Bischof wandte sich nach Magdeburg, woer ein Canonicat erhielt 1 ). Nach dem Tode des dortigen Erz-bischofs Hartwig (von Spanheim 2 ), f 17. Juni 1102) wählte ihnder Klerus zu dessen Nachfolger, doch scheiterte die Weihe amWiderspruche des Kaisers Heinrich IV. 3 j, welcher den Magde-burger Dompropst Hartwig (von Spanheim, den Neffen des ver-storbenen Erzbischofs) an seiner Stelle ernannt hatte (S. 42).Erst als des Kaisers rebellischer Sohn am 28. Mai 1105 dasPfingstfest in Merseburg feierte, gab dieser Befehl, die Weihedurch denselben Legaten Bischof Gebhard III. von Konstanzvollziehen zu lassen, welcher am Tage zuvor Heinrich von Asselin Goslar zum Presbyter geweiht hatte 4 ). Seine Weihe zumErzbischof erfolgte am 11. Juni d. J. zu Magdeburg durchden Legaten und die Suffragane des Erzstifts 5 ). Der Papsthat später diese Ordination als ordnungswidrig (temerarie) be-zeichnet 6 ).

Aus der Zeit seiner erzbischöflichen Wirksamkeit in Magde-burg ist mir nur bekannt geworden, dass er zu einer unge-nannten Zeit die der Maria Magdalena erbaute Kapelle inPaulinzelle einweihte 7 ), und dass er am 20. October 1105 dem

*) Erhard, E. h. W. I, 206, Nr. 1254 zum J. 1090. — 2 ) N. Mittheil.XII, 245. — 3 ) Ann. Patherbr. 107, wo das „imperator" (d. i. Heinrich IV.)richtig, und nicht, wie Scheffer-Boichorst 207 zu 107, Z. 13 will, in „rex"(Heinrich V.) umzuwandeln ist. — 4 ) Das. 110; Ann. Saxo a. a. 0. VI, 740,wo fälschlich Sasle statt Asle. — 5 ) Ann. Patherbr. 111; Ekkehardi chron.in M. G. SS. VI, 227, welches die Weihe zum Erzbischof fälschlich am28. Mai in Merseburg geschehen lässt; Giesebrecht, D. K. Z. 4. Aufl. III(1876), 734. — 6 ) Ann. Patherbr. 118 z. .T. 1107. — 7 ) N. Archiv X (1885), 17,wo der Erzbischof (in Magdeburg: Heinrich I.) Hezelon genannt wird.