Druckschrift 
Geschichte der Grafen von Winzenburg
Entstehung
Seite
230
Einzelbild herunterladen
 

230

der Wipper (Wippera), Saale (Sala), Salzke (Salta) und demWilderbache (Villerbizi) gelegen. Es war ihm also im nördlichenTheile des thüringischen Hessengau's das G-rafenamt zugetheilt,während der südliche Theil desselben, in welchem die BurgGroseck lag, zu jener Zeit eine eigene Grafschaft bildete.

Wenn Bio gleichbedeutend mit Bezelin ist, wie Posse 1 )annimmt, so kam er im Jahre 990 in den Besitz dieser Grafschaftund ist auch der Graf Bezelin der Urkunde vom 18. September991 2 ). Nach Thietmar a. a. 0. starb Bio auf einem von Possea. a. 0. vor das Jahr 997 gesetzten Kriegszuge, wie es scheint,ohne Kinder zu hinterlassen.

Von Esico ist nicht bekannt, dass er zu Lebzeiten seinesBruders einer Grafschaft vorstand. Nach seiner bekanntenThätigkeit auf der Asleburg im Jahre 984 werden wir ihn zu-nächst in dem comes Aesic wieder zu erkennen haben, welcherin der Zeit zwischen 983 und 993 einer der Eideshelfer zurFeststellung der Grenzen zwischen Ostfalen und Engern einer-seits und den Bisthümern Hildesheim und Minden anderseits war.Das folgt daraus, dass ihm in der darüber sprechenden Urkunde 3 )ein comes Ibo voransteht, der gewiss identisch ist mit einemKleriker Ibo, welcher am 20. August 1028 zu Wallhausen vomKaiser Konrad IL mit Gütern im thüringischen Hessen-gau beschenkt wurde 4 ). Wenn hiernach der Eideshelfer Aesicunser Graf Esico von Goseck war, so muss er auch als Bruderdes Pfalzgrafen Dietrich von Sachsen (Theotricus palatinus) an-erkannt werden, der sammt seinem Bruder Sigibertus (Sicco L),dem Gaugrafen im Lisgo, ebenfalls der Grenzbestimmung bei-wohnte.

Im Jahre 999 sehen wir unseren comes Esiko in so hoherGunst beim Kaiser Otto III., dass dieser ihm am 18. April d. J.in Rom die im thüringischen Hessengau gelegene jetzt wüsteBurg Kukenburg (Cucunburg) und 12 Königshufen in der Ge-markung Obhausen (Upphusun), mit denen er früher belehnt ge-wesen, zu freiem Eigenthum überlässt 5 ), und im folgenden Jahre

!) Markgr. v-. Meissen 227, Note 39. — 2 ) Stumpf, R. K. Nr. 947. —3 ) SiHlendorf, Urkb. VIII, 347, Note; Limtzel, Ae. D. H. 345, Nr. 3. Datie-rung nach Diekamp, Suppl. 1, S. 83, Nr. 519. — *) Posse, C. d. S. r. I, 1,S. 290, Nr. 70; v. Mülverstedt, R. a. M. I, 272. — 5 ) M. G. DD. II, 2, S. 746,Nr. 320; Höfer, Z. f. Archrvk. I, 155; Z. d. H.-V. 2. Jahrg. (1869), 3, S. 136.