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Geschichte der Grafen von Winzenburg
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Eine Bestätigung dieses Verwandtschaftsverhältnisses zwi-schen den Immedingern und Goseckern finde ich in einer un-datierten, jedenfalls in die Zeit nach 1027 zu setzenden Auf-zeichnung, derzufolge Sicco II. sein Eigenthum in Bollsdorf(Buoleichesdorf) im thüringischen Hessengau (Hassegau) mitallem, was ihm im angrenzenden Nabelgau gehörte, dazu seinenLeinegau'schen Besitz in Buhle (Builo in comitatu Herimanni [ILvon Beinhausen]), ebenfalls der Baderborner Kirche übergab, unddabei seiner Gemahlin, die Azelon hiess, gedenkt 1 ). Endlicherklärt sich auf diese Weise, wie der Name des Gosecker Bfalz-grafen Dietrich in die Familie der Immedinger kam.

Welchem Geschlechte Azelon entstammte, vermag ich nichtsicher nachzuweisen. Da aber der verschenkte Besitz Siccos H.in Bollsdorf nahe seiner Stammburg Goseck im thüringischenHessengau lag und seine Güter im Nabelgau sich denen imHessengau unmittelbar anschlössen, so scheint die Annahme nichtgewagt, dass sein Grundbesitz im fernen Leinegau ihm von seinerGemahlin zugebracht war, die demnach eine Schwester oder Ver-wandte des Grafen Hermann IL von Beinhausen gewesen seinkann, in dessen Grafschaft Buhle lag. (S. 12.)

In den thüringischen Hessengau verlege ich auch dieThätigkeit der Grafen Bio (Binizo) und Esico, die wir im Jahre984 auf der Asleburg und 990 in dem Heere sahen, welches dieHerzöge Miseco (von Bolen) und Bolizlav (IL von Böhmen) zumFrieden bringen sollte, und die wir nach der ihnen von Thietmarin seiner Chronik bei Erzählung beider Begebenheiten unmittelbarnach dem Grafen Eckhard (n. von Assel), und 984 sogar vordem Grafen Bernward (Bfalzgraf Bern, Schwiegervater Eck-hards IL?) eingeräumten Stellung für seine nahen Verwandtehalten müssen. Bio ist auch wohl der Graf Binizo, der nachdem Berichte Thietmars 2 ) im Jahre 983 an dem siegreichen Zugegegen die Slaven Theil nahm. Wir reihen deshalb die GrafenBio und Esico unbedenklich den uns schon bekannten Söhnendes Bfalzgrafen Bern (Athelbero) an.

Von Bio ist wenig bekannt. Thietmar 3 ) nennt ihn comesMerseburgensis und sagt von seiner Grafschaft, sie habe zwischen

») Wigand, Archiv V, 2, S. 129, Nr. 30. — 2 ) In M. G. SS. in, 765.3 ) Das. 821.