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Geschichte der Grafen von Winzenburg
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genannten Bruder Herimannus de Winceburc unter den gräf-lichen Zeugen auftritt, welche die Bestätigung der Gründungdes Klosters Breitenau durch den Erzbischof unterschreiben(S. 115). Fünf Tage später, am 12. Juli 1123, unterfertigteKonrad auf dem Rusteberge ohne den Bruder als Zeuge eineerzbischöfliche Urkunde, durch welche ein Streit über ein demKloster Marienstein geschenktes Gut in Lengden zu Gunstendes Klosters entschieden wurde 1 )- Allein war er auch beimErzbischof am 9. April des nächsten Jahres (1124) in Mainz,wie seine Namensunterschrift (filius comitis Hermanni de SaxoniaCunradus) unter dem an diesem Tage ausgestellten Dokumentebeweist, durch welches der Erzbischof die Schenkung des freienMannes Ulrich (II.) von Warpke (Warthbeche) beurkundet,welcher sein Erbgut von 50 Hufen und die Hälfte der BurgMalsburg an die Mainzer Kirche übertrug. Aus der Urkunde 2 )erfahren wir, dass Volkold (II. von Malsburg, Graf von Nidda),welchem der Rest der Erbschaft gehörte, die Besitznahme dieserSchenkung lange hinderte, bis er endlich dahin gebracht wurde,dieselbe nicht nur zu genehmigen, sondern auch sein Erbtheil,die andere Hälfte der Burg, welche Schartenberg hiess, mitallem Güterbesitz der Mainzer Kirche zu schenken. Ulrich II.von Warpke war der Sohn der Gräfin Beatrix von Reinhausen,deren Mutter wahrscheinlich die Tante Volkold's II. von Mals-burg war 3 ); beide waren also Verwandte Konrad's von Winzen-burg, dessen Anwesenheit in Mainz demnach nothwendig seinmochte.

Als der Erzbischof am 3. Januar des folgenden Jahres(1125) wiederum auf dem Rusteberge residierte, war Conradusfilius comitis Hermanni ebenfalls dort, wie sich aus einer Ur-kunde ergiebt, durch welche der Mainzer Oberhirt dem Kloster

J ) Wolf, Comment. de archidiae. Nortun., Diploma 4, Nr. 2; Böhmer-Will a. a. 0. I, 271, Nr. 135. Konrad kann also nicht der Conradusadvocatus des Paderbornischen Klosters Neuenheerse gewesen sein, welcherin der Urkunde einer Nonne dieses Klosters vom 5. März 1123 (Erhard, E.b. W. I, C. d. 150, Nr. 191) mit der dortigen Aebtissin Beatrix (Gräfin vonAssel) vorkommt, wie Cohn in Forsch. VI, 560, Note 7 annimmt. Er kannjedoch der Konrad, Sohn von Bischofs Udo von Hildesheim Schwester Beatrixsein, von dem Cohn in Forsch. VII, 615 f. (nach Sudendorf, Registrum I,20, Nr. 12) spricht, 2 ) de Gudenus, C. d. M. I, 65, 397; Böhmer-Will a.a. 0. I, 274, Nr. 149. 3 ) Cohn in Forsch. VI, 542 f.