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Geschichte der Grafen von Winzenburg
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Lippoldsberg seine Besitzungen bestätigte und diese noch durchneue in Haltmardun (wüst) und Egilwardishusen (jetzt Marien-garten) vermehrte 1 ).

Zum letzten Male treffen wir ihn in einem Bestätigungs-diplome des hohen Herrn, betreffend einen Giitertausch zwischendem Propst Heinrich von Jechaburg und den Erben desMarkgrafen Eudolf I. von Stade, welchen Konrad und seinBruder Hermann am 15. Juli 1128 auf dem Rusteberge als Zeugenmit vollzogen. (S. 116.)

Nach dem Verschwinden Konrads aus den erzbischöflichenUrkunden giebt keine Quelle uns Auskunft darüber, ob er baldnachher gestorben ist oder dem Dienst der Kirche sich gewidmethat. Letzteres halte ich nach den voraufgegangenen regen Be-ziehungen zu dem Mainzer Prälaten, wie nach anderen urkund-lichen Zeichen für das Wahrscheinlichere und glaube, dass schonseine Keise nach Mainz im Jahre 1124 der Verwirklichung diesesPlanes galt. Hier traf er am 9. April d. J. gelegentlich derSchenkung der Malsburg an das Erzstift (s. oben) mit seinemVerwandten, dem Grafen Volkold II. von Malsburg, dem Mit-besitzer der Burg, zusammen, der in der Nähe von Paderbornansässig war 2 ). Durch den jedenfalls vor 5. August 1130 er-folgten Tod dieses Grafen 3 ) scheint dann Konrads Absicht insStocken gerathen und erst im Jahre 1129, vielleicht gar erstim folgenden Jahre, als die Sohnespflicht ihn trieb, im Mönchs-kleide den Frevel zu sühnen, den sein Vater durch den Morddes Grafen Burchard d. Ä. von Loccum begangen hatte, zurAusführung gekommen zu sein. Ist das richtig, so kann kaumbezweifelt werden, dass das Kloster Abdinghof ihn unter dieZahl seiner Mönche aufnahm. Dahin weisen die vielfachen Be-ziehungen, welche wir zwischen diesem vom Bischof Meinwerkvon Paderborn im Jahre 1015 gegründeten, aber erst 1031 vonihm geweihten Benediktinerkloster und der Familie der Winzen-burger kennen gelernt haben, sowie die Nähe der Güter derMalsburger, seiner Verwandten 4 ). Durch Letztere wird aucheine Verwandtschaft Konrads mit dem derzeitigen Abte von Ab-

*) v. Spilcker, Everst., Urkb. 12, Nr. 10; Böhmer-Will a. a. 0. I, 275,Nr. 156. 2 ) Ann. Patherbr. 81. 3 ) Erhard, E. h. W. II, C. d. 13,Nr. 211. 4 ) Vgl. Cohn in Forsch. VI, 567 mit der in Ann. Patherbr. 81,Note 4, auch 183 gegebenen Einschränkung.