Druckschrift 
Geschichte der Grafen von Winzenburg
Entstehung
Seite
179
Einzelbild herunterladen
 

179

zuge in Kleinasien am 26. October 1147 gefallen war 1 ), undAlbrecht dessen zwischen der Saale und dem unteren Lauf derWipper gelegene Grafschaft in Besitz genommen hatte. Mitwelchem Rechte Heinrich der Löwe auf diese HinterlassenschaftErbansprüche erhob, ist schwer zu begründen. Bernhard warzwar durch seine Mutter mit der Kaiserin Richenza (sie warendie Töchter zweier Brüder), und somit mit Heinrich verwandt,doch scheint dieses Verhältniss zu entfernt zur Begründung vonErbansprüchen seitens des Herzogs. Ebensowenig lassen sichaus der Verwandtschaft zwischen Heinrich d. L. und Albrechtd. B., welche sich darauf gründete, dass Heinrichs Vater undAlbrecht durch die Heirath ihrer Väter mit den beiden Töchterndes Herzogs Magnus von Sachsen, des Letzten aus Billung'schemStamme, Geschwisterkinder waren, gemeinsame Erbansprücheherleiten.

Albrecht des Bären Ansprüche auf die Plötzkau'schen Güterkönnen nicht sehr nahe gewesen sein, da Kaiser Friedrich I.nach Albrechts Tode dieselben von dessen Söhnen zurückver-langte 2 ). Der Sohn von Bernhards Vaterschwester war derMarkgraf Heinrich IL von Stade, dessen Wittwe Adelheid vonBallenstedt Albrechts Schwester war. Davon abgesehen ist esauch sonst möglich, dass die Häuser Plötzkau und Anhalt durcheine Ehe verbunden waren. Der unbekannte Verfasser derChronik des Klosters Hecklingen giebt dem Erblasser Bernhardvon Plötzkau eine sonst unbekannte Schwester Mathilde 3 ), inderen Gemahl ich einen Grafen von Rieneck zu vermuthen ge-neigt bin, auf dessen Verwandtschaft mit Sophie von Rieneck,Albrechts erster Gemahlin (Cap. IV), dieser seine Ansprüche ge-gründet haben könnte.

König Friedrich I. versuchte auf dem von ihm zu Pfingsten(18. Mai) 1152 nach Merseburg berufenen ersten grossen Reichs-tage den Conflict beizulegen, aber alle seine Vermittelungsver-suche blieben unbeachtet, da, wie Helmold 4 ) ausdrücklich an-giebt, das Ansehn des jungen Königs im Reiche noch gering war.

Sogleich griffen beide Parteien wieder zu den Waffen, statt-liche Heere gegen einander führend. Albrecht soll 1500 Ritter

>) Ann. Magdeb. in M. G. SS. XVI, 188. — 2 ) Z. d. H.-V., Jahrg. 26(1893), 215 f. — 3 ) Voigt in „Mark. Forsch." VIII, 120. — 4 ) Chron. Slav.in M. Gr. SS. XXI, 67.

12*