Druckschrift 
Geschichte der Grafen von Winzenburg
Entstehung
Seite
178
Einzelbild herunterladen
 

178

Herzog als zuvor. Wenn eine kräftige Mitwirkung andererReichsfürsten zu Gunsten des Königs hinzutrat, musste Heinrichder Löwe unterliegen.

Aber es war Konrad nicht beschieden, seine Hoffnungenverwirklicht zu sehen. Er starb am 15. Februar 1152 zu Bam-berg, wie es hiess durch Gift. Sein Tod überliess die Schlichtungder Fehde, welche gleich nach dem Tode Hermanns H. überdessen Erbe zwischen den alten Nebenbuhlern entbrannt war'),seinem Nachfolger und Neffen auf dem Throne, dem am4. März 1152 in Frankfurt gewählten König Friedrich I.(Barbarossa).

Der Kechtstitel, den die Streitenden für ihre Ansprüchegeltend machten, ist nicht überliefert 2 ). Man hat deshalb die ver-schiedensten Meinungen geltend gemacht, um ihren Forderungeneinen rechtlichen Hintergrund zu geben. Weiland 3 ) und andereHistoriker nehmen rechtliche Ansprüche Heinrichs des Löwenüberhaupt nicht an, sondern sehen in dessen Vorgehen lediglichdas Streben, wie in anderen Fällen, so auch hier, durch Ein-ziehung der Güter der im Mannesstamme erloschenen Geschlechterseines Herzogthums die eigene Macht auszudehnen. Allein indiesem Falle bedurfte Heinrich dieses Mittels nicht, denn dieGeschwisterschaft des Vaters von Heinrichs Urgrossmutter mütter-licherseits mit dem Urgrossvater Hermanns IL v. W. (S. 91) be-gründete Erbansprüche. Gesetzlich hörten diese erst auf, wennjemand mehr als sieben Geschlechtsreihen von den gemeinsamenStammeltern entfernt war 4 ). Albrechts Ansprüche auf daswinzenburgische Erbe erklären sich daraus, dass, wie ich imCapitel IV darlegen werde, die Mutter seiner zweiten GemahlinSophie von Assel die Schwester des ermordeten Grafen Hermannvon Winzenburg war 5 ).

Früher schon war es wegen eines anderen Erbes zumKriege zwischen beiden Männern gekommen, als Graf Bernhardvon Plötzkau, der Letzte seines Geschlechts, auf dem Kreuz-

J) Helmold, Chron. Slav. in M. G. SS. XXI, 67. — 2 ) Das Folgendemit Benutzung von v. Heinemann, Albr. d. B. 189 ff. und Weiland, Sachs.Herzogth. 96 ff. — 3 ) a. a. 0. 100. — 4 ) Colin in Götting. gel. Anzz. 1866,I, 709. — 6 ) Aehnliches hatten Schrader, Dynastenst. 138, Note 143 undCohn in Forsch. VI, 529 ff. schon früher im Sinn.