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Italien eilte, um die Güter der am 24. Juli 1115 verstorbenenMarkgräfin Mathilde von Toskana als Verwandter und Lehnsherrgegen die Kirche, ihren testamentarischen Erben, in Besitz zunehmen, was ihm auch ohne Widerstand gelang.
Wir wissen, dass der Kaiser auf den 1. November 1115einen Hoftag nach Mainz berufen hatte. Während er hierrathlos der Fürsten harrte, die in Fritzlar über neue Angriffs-pläne gegen ihn beriethen, bewirkten die Bürger von Mainzunter der Führung ihres Stadtvogts (Burggrafen) Arnold, Grafvon Loon ! ) aus dem rheinfränkischen Hause von Eieneck, durcheinen Aufstand die endliche Befreiung ihres seit 1112 mit grosserHärte gefangen gehaltenen Erzbischofs Adelbert I., der sogleich,die dem Kaiser gestellten Geiseln wie die geleisteten Eide ver-gessend, Alles daran setzte, das ganze Eeich gegen den Kaiserzu einigen und ihm seine Anhänger abtrünnig zu machen. SeineBestrebungen waren von Erfolg gekrönt: kaum hatte Heinrich V.Deutschland verlassen, als der Bürgerkrieg im Beiche in furcht-barer Heftigkeit entbrannte. Schauplatz des Krieges wurdendie Rheinlande. Nach dem misslungenen Versuche der Ueber-rumpelung Speiers (gegen Ostern 1116) und nach der Zerstörungmehrerer kaiserlicher Burgen lagerte sich Adelbert mit denverbündeten Fürsten Anfang August vor der vom HerzogFriedrich IL von Schwaben besetzten Stadt Worms. Hier kames zu Unterhandlungen, auf deren Grundlage am 29. Septemberder Friede zu Frankfurt verhandelt werden sollte 2 ).
Bei Belagerung der kaiserlichen Veste Nuenburc, worunterNaumburg a. d. S., die Neuenburg bei Freiburg a. d. Unstrut(Novum castrum), vielleicht auch Beyernaumburg (Burg, ö. vonSangerhausen) oder, was das Wahrscheinlichste, Naumburg sw.von Kelbra zu verstehen ist, fiel der von Meissen zum Entsatzheranrückende Heinrich Haupt bei der Arnsburg in die Händeder Feinde, so dass sich Naumburg ergeben musste. Die Frei-lassung Heinrichs erkaufte Herzog Friedrich IL dadurch, dasser die noch in seinen Händen befindlichen Fürsten: Wiprechtd. Ä. von Groitzsch, Ludwig IL (den Springer) von Thüringen
J ) Auch Los, Lon, Loen, Looz. (A. d. li. V. f. U. u. A. XX, 63; Stein,Gesch. Frankens, I, 229, II, 450.). — 2 ) Böhmer-Will, Mainz. Eegg. I,250—253, Nr. 36, 42, 43, 44, 49, 50.
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