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Geschichte der Grafen von Winzenburg
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Ficker 1 ), Wilmans - Philippi 2 ) u. a. meines Erachtens nichtenergisch genug zurückgewiesen ist. Graf Heinrich I. war derzeitschon lange todt, wie sich aus dem schon erwähnten, 1079 oderkurz nachher geschriebenen Briefe der Beatrix an ihren BruderUdo, Bischof von Hildesheim, ergiebt, worin sie eines verstorbenenBruders H. gedenkt, der nur auf den Grafen Heinrich I. gedeutetwerden kann. Ausserdem wird sein Tod durch eine später füruns wichtige Urkunde desselben Bischofs vom Jahre 1103 3 )bestätigt, worin sein Bruder, Graf Hermann III. v. E., Vormundseiner Töchter genannt wird. Für Heinrichs I. Gemahlin wirddie comitissa Sophia aus unbekanntem Geschlecht gehalten,welche nach der vorerwähnten, als Fälschung erkannten Be-stätigungsurkunde des Erzbischofs Adelbert I. von Mainz fürdas Kloster Reinhausen vom Jahre 11(11) diesem zwei Hufenin Gelliehausen (Gelingehuson) schenkte.

Als Kinder Heinrichs I. nennt uns die Schrift des AbtsReinhard: Meinhard, Piligrim und die Aebtissinnen Eilika vonRingelheim und Adelheid von Stederburg.

Von den Brüdern sagt der Abt, sie seien am kaiserlichenHoflager in Würzburg ermordet und im Kloster Reinhausenbegraben. Man hat diese That, vermuthlich weil man wusste,dass der Kaiser im August 1097 in Würzburg war, in diesesJahr gesetzt. Nachdem aber durch die Salzburger Todtenbücher 4 )erwiesen ist, dass der Mord an einem 27. Februar geschah,also zu einer Zeit des Jahres 1097, wo Heinrich IV. noch inOberitalien war, so muss die That später vollführt sein, jeden-falls vor 1103, wie sich aus der vorerwähnten Urkunde Udosvon Hildesheim, des Oheims der Brüder, von diesem Jahre

*) Beitr. I, 252. 2 ) Kaiserurkk. II, 276, Nr. 211; Westf. Zeitschr.,Bd. 38, 2, S. 203. Der Fälschung scheint die Schenkung Nr. 44 des Helmarsh.Schenkimgsreg. bei Wenck, H. L. II, 2, Urkb. 65 als Vorlage gedient zuhaben. s ) Lüntzel, die bäuerl. Lasten im Fürstenth. Hildesheim, 254 f.4 ) Necrol. Salisburg. et s. Emmerami Katisponae in M. B. XIV, 372: III. kal.Mart. (Febr. 27) Meginhart comes et frater ejus Piligrimus occisi sunt. Vgl.Kalend. necrolog. eccl. metropol. Salzburg, bei Böhmer - Huber, Font. rer.Germ. IV, 577, wo irrig statt des Grafen Meinhard von Reinhausen derGraf Meginhard von Formbach, der Grossvater Hermanns I. von Winzen-burg, angenommen ist, obgleich dieser keinen Bruder hatte, der Piligrimhiess. Böhmer-Huber setzt demgemäss den Mord fälschlich zu 1066, deinTodesjahre Meginhards v. Formbach (Ann. Mellic. in M. G. SS. IX, 499) an.