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Geschichte der Grafen von Winzenburg
Entstehung
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nachbarten Leinegau gelegen haben kann. Die grössere Wahr-scheinlichkeit spricht für den Hessengau, weil der zeitige Inhaberdes dortigen Grafenamts sich gewöhnlich Hermannus (aus demGeschlecht der Grafen von "Westfalen zu Werl und Arnsberg)nennt, während der Graf des Leinegaus ausschliesslich in derForm von Herimannus vorkommt.

Erst 20 Jahre nach dem letzten sicheren Erscheinen einesEeinhäusers im Leinegau treffen wir wieder einen comes Heri-mannus in pago Lacnigowi, der zweifellos als Sohn jenes Her-mann I. der Urkunde von 997 und Bruder Siegfried's anzusetzenist. Es war am 6. December 1017, als Kaiser Heinrich IL inGross - Gottern (Guterena) den an der Grenze jenes Gaus ge-legenen Hof Hedemünden (Hademinni) dem Kloster Kaufungenschenkte 1 ). Nach diesem Kloster begab sich der Kaiser vonGross-Gottern, und vollzog dort wohl noch in demselben Monatdie Schenkung von 66 Hufen im Dorfe Gimte (Gemmet inpago Logni in comitatu Herimanni) an das Kloster Hilwarts-hausen 2 ).

Der Vollständigkeit wegen will ich zwei Fälschungen nichtübergehen, in welchen Güter erwähnt werden, welche in prae-fectura Hermanni comitis in pago Logne lagen. Diese seltsameBezeichnung findet sich einmal in dem Güter-Verzeichniss desBenedictinerklosters St. Michaelis zu Hildesheim, ausgestellt am1. November 1022 von dessen Schöpfer, dem Bischof Bernwardvon Hildesheim 3 ), und nochmals in der Bestätigungsurkundedieser Güter durch den Kaiser Heinrich IL von demselben Jahre,doch ohne Datum 4 ).

») Ledderhose, Kleine Schriften II, 281. — 2 ) Nach dem Or. (o. D.)im St.-A. H., Kl. Hilwartshausen Nr. 9 mit falschem Jahr 1016. Gedr.:Stumpf, R. K. III, 41, Nr. 35; S. 879, 886 u. a. 0. Die Indiction 15 in denvöllig unvereinbaren Signen der Urk. weist dieselbe in das richtigeJahr 1017. — 3 ) Nach der der Schrift nach im 12. Jahrh. angefertigtenFälschung im St.-A. Hannover gedr.: Lüntzel, Ae. D. H. 352 ff.; Grupen,Or. et antiq. Hannov. 107 ff. u. a. 0. — 4 ) Lüntzel, a. a. 0. 358 ff.; Grupena. a. 0. 109 ff. u. a. 0.; Fälschung nach Stumpf, K. K. Nr. 1792. — DieEchtheit der Schutzurkunde für dasselbe Kloster vom 3. Novbr. 1022(Lüntzel a. a. 0. 357 u. a. 0.) ist trotz Stumpf, R. K. Nr. 1791 von Ficker,Beitr. I, 209 anerkannt. Sie kennt weder einen so ausgedehnten Güterbesitz,noch eine praefectura Hermanni.