Druckschrift 
Geschichte der Grafen von Winzenburg
Entstehung
Seite
10
Einzelbild herunterladen
 

10

Als der deutsche Thron 1024 durch den Tod Heinrichs II.erledigt war, trat König Konrad II. bald nach seiner Wahl denKönigsritt durch das Land an. In seinem Gefolge befanden sichdie comites Sigefridus et Heriraannus (II), ohne Zweifel unsereReinhäuser Brüder. Sie waren es, welche sich mit anderenGrossen beim Könige dafür verwandten, dass dieser dem BisthumMinden das Gut Kemme (Kemnium) schenkte, als Konrad in derzweiten Hälfte des December 1024 in Minden war. Die Datie-rung der Urkunde') kann sich nicht auf die Handlung in Minden,sondern nur auf die Beurkundung beziehen, welche am 3. oder4. Mai 1025 in Regensburg, also über vier Monate nach derHandlung, erfolgte, wie Bresslau 2 ) nachgewiesen hat.

Acht Jahre später schenkte Konrad IL als Kaiser durcheine aus Hilwartshausen vom 18. Januar 1032 datierte Urkundeseinen Hof Gertenbach (Gardenebiki) mit seinem ganzen Eigen-gut in den Dörfern Hübenthal (Huvinadal), Mollenfelde (Moldug-gave) und Ludolfshausen (Liudulveshusun), sämmtlich in pago Lacniin comitatu Herimanni comitis gelegen, dem Hochstift Paderborn 3 ).

Zum letzten Male wird Hermann's IL als eines Lebendengedacht in einer Urkunde, welche zu Fritzlar am 2. August 1046vom König Heinrich III. ausgefertigt ist, und die Schenkung desköniglichen Guts in Scheden (Schitun in comitatu Herimannicomitis et in pago Lochne) an das Kloster Hilwartshausen betrifft 4 ).

>) Wilmans - Philippi, Kaiserurkk. II, 205, Nr. 168; Posse, 0. d. S. r.I, 1, S. 289, Nr. 67; Erhard, E. h. W. I, 170, Nr. 944. 2 ) Konrad IL, I,41, Note 3; II, 221. -- 3 ) Vita Meinw. ep. in M. G. SS. XI, 158; Wilmans-Philippi, Kaiserurkk. II, 224, Nr. 180; Erhard, K. h. W. I, C. d. 94, Nr. 121.lieber den Widerspruch in der Datierung dieser Schenkung und einer ähn-lichen von demselben Tage mit dem Ausstellungsorte Fritzlar (Stumpf, R. K.Nr. 2028) siehe Bresslau, Konrad II., S. 1, Note 3. Der Herimannus comesder Fritzlarer Urkunde ist der westfälische Graf Hennann von Werl dessächsischen Hessengaus; dagegen ist der Graf Hermann, in dessen Comitateeiner undatierten, nach 1027 anzusetzenden Aufzeichnung zufolge (Wigand,Archiv, V, 2, S. 129, Nr. 30) das leinegau'sche Buhle (Builo in comitatuHerimanni) lag, gewiss unser Hermann IL 4 ) Stumpf, K. K. III, 61,Nr. 57. Kurze inN. Mittheil. XVII, 305", der schon den Grossvaterdieses Grafen von Reinhausen, Allo (Elli I), mit dem Pfalzgrafen Athelbero(Bern) von Sachsen glaubte identifizieren zu dürfen (S. 6, Note 3), hält dieGrafen Hermann I und II von Reinhausen, die er zu einer Person vereinigt,für den Sohn oder Schwiegersohn Athelberos!