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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
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135Mutter wiesen sie jedoch entschieden zurück, weil sie dazu nicht ver-pflichtet wären.Johann Wilhelm nahm diese Vorstellungen höchst ungnädig aufZunächst wendete er sich an die Bergischen und bemerkte: sie hättenihm im vorigen Jahre 10,000 Thlr. zu seiner Subsistenz ausgeworfen,wovon bis jetzt noch nichts eingegangen sei; ein Cavalier wolle die-selben zinsfrei vorschießen, wenn die Stände ihm das Indigenat zuer-kennen und für die Rückzahlung Bürgschaft leisten wollten. Den Jülich-schen, welche zumeist von den Franzosen bedrängt waren und dieDrohung des General Sourdy besonders betont hatten, entgegnete er:er müsse befremdlich vernehmen, daß sie seine Person mit der franzö-sischen Generalität gleichsam in Compromiß brächten und deren Be-drohung mehr Platz geben wollten, als seinen Verordnungen, da dochdie Franzosen nicht, sondern er des Landes Fürst und Herr sei 2c.Dann besteht er auf der Bewilligung der Forderung für die Truppen,Stände sollten sich erinnern, daß sie vermöge des Haupt= undDeclarations=Recesses zur Unterhaltung der Militz und Festungenconsensum zu geben schuldig seien. Schließlich erkennt er jedoch diebedrängte Lage des Landes insoweit an, daß die Aufbringung desGeldes Schwierigkeit haben würde; da es jedoch durchaus nothwendigsei, unter den jetzigen Umständen so schnell als möglich ausreichendeMittel in der Hand zu haben, so sei er der Ansicht, die nöthigenSummen im In= oder Auslande aufzunehmen gegen Verpfändung vonKammergütern und Aemtern, wozu er ihnen einen Entwurf werdevorlegen lassen, dessen Genehmigung er unbedingt erwarte. Mit diesemBescheide war die Audienz geschlossen, ohne daß ein eigentliches Resultaterzielt war. Ehe jedoch der neue Vorschlag des Landesherrn einlief undzur Berathung gezogen werden konnte, war in der politischen Lageabermals eine bedeutende Wandelung eingetreten.Es lag in der Absicht des General Sourdy, die Requisitionenauf dem linken Rheinufer noch weiter nördlich auszudehnen, wodurchauch das Herzogthum Cleve sich gefährdet sah. Der Kurfürst vonBrandenburg hatte deshalb dem General=Feldmarschall=Lieutenant vonSchöning den Befehl zugehen lassen, dem weiteren Vorgehen der Fran-zosen Schranken zu setzen. Ende Februar 1689 war Schöning mitder Reiterei bei Wesel über den Rhein gegangen, hatte sich mit dembei Alpen stehenden Korps des General von Barfus vereinigt, wozu nochholländische Abtheilungen stießen, und war dann am 1./11. März nachKloster Kamp marschirt Ein nach Rheinberg ziehendes französischesDetachement war hier überfallen und 2 Officiere mit 40 Mann ge-fangen genommen worden. Den 2./12. März marschirten die Branden-