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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
Entstehung
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122Könige von Frankreich zu huldigen. Oppenheim und Worms wurdenbesetzt. In Speyer entging das Reichskammergericht nur mit Müheund Aufopferung der Beamten für jetzt noch dem Verderben. Mainzwurde den 17. October mit List und Gewalt besetzt und der Kurfürstmußte nach Erfurt flüchten. Bald waren alle Städte und festenPlätze am Rheine, von Hüningen bis Rheinberg, in der Gewalt desFeindes. Nur Koblenz mit Ehrenbreitstein und Köln blieben indeutschen Händen. Ersteren Platz hatten die Franzosen vergebens zurUebernahme aufgefordert, und als diese abgeschlagen, und der Versuchzur gewaltsamen Eroberung an der Festigkeit der Werke und derTapferkeit der Besatzung gescheitert war, durch ein furchtbares Bom-bardement fast ganz in Asche gelegt.) Köln hofften sie immer nochdurch List oder Geld in die Hände bekommen zu können, wozu derfranzösische Gesandte keine Ueberredungskünste und Geldmittel sparte.Selbst über den Rhein hinaus, bis tief in Deutschland hinein, nachFranken und Schwaben, zogen französische Schaaren sengend undbrennend einher, überall schwere Contributionen erzwingend.Angst und Schrecken bemächtigte sich der Bewohner der Rhein-lande. Die Herzogthümer Jülich und Berg schwebten in der größtenGefahr. Johann Wilhelm hatte schon frühzeitig Maßregeln ergriffen,um einen plötzlichen Ueberfall zu verhüten. Im April schon hatte erVorbereitungen getroffen zum Aufgebot der Landesschützen, und durcheine Verordnung vom 14. April 1688 die Umlage der Besoldungs-kosten für die Offiziere, Feldwebel, Ober= und Kirchspiels=, ührer undTambours eingeleitet.*) Seine Regimenter, 4 Infanterie=, 2 Reiterund 1 Dragoner=Regiment hatte er, soviel er vermochte, completirtund mit doppelten Kräften an den Festungen arbeiten lassen. Nachallen Seiten sah. er sich nach Hülfe um, und seine Agenten wirktenthätig beim Reichstage und an den Höfen der einzelnen Reichsfürsten.Als Mit=Director des Niederrheinisch=Westfälischen Kreises richtete ersein nächstes Augenmerk auch auf die Sicherung der Stadt Köln. Den19. September ließ er das Regiment zu Fuß des Obersten von Aubachdorthin abrücken zur Verstärkung der Garnison, wozu gleichzeitig auchein Brandenburgisches Regiment unter dem Obersten Heyden ausWesel dort eintraf.?) Der Kaiser hatte durch besonderes Schreiben*)Durch ohnchristliche bombardirung höchst devastirt, schreibt der Kur-fürst von Trier unter dem 25. November an die Stadt Köln. KölnerStadt=Archiv.*) Original im Staats=Archiv zu Düsseldorf. Auszügl. Scotti, 752.) Diese Kreistruppen mußten vor dem Einrücken am Eigelsteiner Thore derStadt Köln dasJurament leisten. Köln. Stadt=Archiv. Militaria.