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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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102Wilhelm sie zu der Einwilligung zu bestimmen, indem er ihnen aus-einandersetzt, wie er bei seiner Anwesenheit in Wien dem Kaiser diegroße Bedrängniß der Herzogthümer angelegentlichſt vorgeſtellt undum Nachlaß der Römermonate gebeten habe, es habe ihn jedoch sehrschmerzlich berührt, nichts erlangen zu können,da die inevitableReichs necessität den vollen Betrag erfordere. Nach vielen De-batten erhalten die Stände endlich wenigstens insofern eine Ermäßi-gung der Forderung, daß die bereits früher bewilligten und umgelegtenaber bisher noch nicht eingezogenen 20,000 Thlr. auf die jetzt ver-langte Summe angerechnet werden solle; der Rest müsse aber noth-wendig noch umgelegt werden, nach dem alten Sprüchwortquodnecessitas careat legeJohann Wilhelm zeigte sich sehr zufrieden darüber, daß dieStände für diesmal von der vorherigen Vorlage ihrer gravaminaabgesehen und sofort die Erledigung desHauptwerks in die Handgenommen hatten. Aber auch hier gab es wieder neue Differenzen,da die Summen, welche der Fürst für die Militz, für Festungsbaufür seine eigenesubsistentz und endlich für Kammer=Capitalien verlangte, den Ständen fast unerschwinglich erschienen. Die Jülich'schenzeigten sich diesmal weniger schwierig als die Bergischen, obgleichdas Herzogthum Jülich immer noch in großer Geldbedrängniß war.)Auf der Bergischen fortgesetzte Opposition, entgegnet ihnen der Fürstbei der Audienz zur Relation:sie scrupulirten mehr denn Jülich'scheund wollten noch gescheidter sein als Kaiser und Reich und als ihrLandtsfürst und ihre treuen Compatrioten. Er dringt auf Beschleu-nigung der Verhandlungen, da er zum Osterfeste nach Wien zurück-gehen will, um seine Gemalin abzuholen. Endlich kommen Ständezum Beschluß. Die Bergischen, welche anfänglich nur 30,000 Thlr.potiren, verstanden sich dazu, die Hälfte dessen zu bewilligen, wasJülich anbieten würde, und da diese dafür 89,066 Thlr. auswarfen,so gaben sie ihre Zustimmung zur Umlage von 44,533 Thlr., sodaß die Totalsumme für die Militz 133,600 Thlr. betrug. Für dieFestung Düsseldorf wurden 15,000 Thlr., für Jülich 10,000 Thlr.ausgeschrieben, zur freien Disposition des Landesherrn gaben Jülich9000 Thlr., Berg 4000 Thlr. und zu dem noch nachzuzahlendenRest auf die Römermonate trugen Jülich 6000 Thlr., Berg 4795Thlr. bei. In dem Landtagsabschiede vom 9. April zeigt sich nun5) Viele Aemter waren seit langer Zeit mit ihren Umlagen im Rückstande,so z. B. das Amt Nörvenich noch seit 1681 mit der Summe von 18,322Thlr., worunter 4781 Thlr. für französische Contributionen.