56zur Reparatur der Fortification „hinter den München,“ (jetzt Ritter-straße hinter dem Montirungsdepot) und hoffen, „Ihro Fürstl. Dchl.werde damit zufrieden sein, damit Stände auch zur Ablegung derKammercapitalien und zu Dero freier gnädigster Disposition einigeEinwilligung thun könnten. Ueber die Verwendung der 1000 Thlr.zur Fortification verlangen sie jedoch durch Deputirte eine Controllezu führen. Namentlich dieses letztere Verlangen brachte den Fürstengewaltig in Harnisch. „Er werde selbst alles so genau bedingen undnützlich anwenden laſſen, daß der Stände, ſorgfältige Mitinſpectiongänzlich überflüssig ſei“ — läßt er ihnen erwidern, — „übrigens reichedas Eingewilligte nicht aus, und Stände möchten sich die Sachen nocheinmal überlegen.“ — Dies thaten ſie auch, und nun erfolgten dieoben bereits angeführten Bewilligungen..Auf die Ordnung der gerichtlichen und polizeilichen Zuständeder Herzogthümer richtete Johann Wilhelm sein besonderes Augen-merk. Unter den vielen dahinzielenden Verfügungen der ersten Jahreseiner Regienung sind anzuführen; der Befehl vom 6. Februar 1680.an die Amtleute, „daß ein sicherer Hauptmann Königsthoven, der mitLudwig Wilhelm von Verken sich duelliren wollen, und zwei auswär-tige Cavaliere, Oberstlieutn, von Steinau und von Riedesel, welche.mit einigen Jülich'schen Edelleuten ebenfalls, Duelle vorhaben sollen,wo sie betroffen werden „arrestirt“ und mit genügsamen Schützenwohl verwahrlich nach Düſſeldorf gebracht werden ſollen. Ferner einEdikt vom 13. Januar 1681 über die Wolfsjagden, woraus zu ent-nehmen ist, daß in verschiedenen Aemtern, auf dem platten Lande selbst imSommer die Wölfe in der Nähe von Dörfern, Kinder bei den Viehheerdenfortgeſchleppt, zerriſſen und gefreſſen haben ꝛc. Jeder Unterthan erhältdie Erlaubniß auf Wölfe Jagd zu machen, jedoch nur außerhalb derfürstlichen Wildbahn — und erhält für jedes abgelieferte Stück einenPreis. Unter dem 25. Februar 1681 wird den Gerichtsschreiberneingeschärft, die Acten nicht zu weitläufig zu schreiben, sondern aufmittelmäßig ordinari Papier, und die Linien, Zeilen und Wörternicht gefährlicher weyß zu weit voneinander noch allzuwenig auf einBlatt, auch aller unnöthiger öfterer Wiederholung sich gänzlich zu ent-halten und für Schreiblohn mehr nicht als 1 Albus Köln. von jedemBlatt den Partheien abzufordern. Endlich beginnt auch jetzt schon dieVorliebe des Fürsten für seine Residenzstadt Düsseldorf sich zu zeigen;unter dem 10. Dezember 1681 schenkte er der Stadt mehrereGartenplätze auf der Citadelle, ferner einen Platz zwischen dem Ob-servantengarten und dem Bergerthore endlich einen Platz hinter dem
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Johann Wilhelm Erbprinz und Pfalzgraf zu Neuburg : Regent der Herzogthümer Jülich und Berg ; 1679 - 1690
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56
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