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Grund dieses Axioms wird das Reflexionsmediuni zum System,das methodische Absolutum zum ontologischen. Auf mannig-fache Weise kann es bestimmt gedacht werden: als Natur,als Kunst, als Religion usw. Niemals aber wird es den Cha-rakter des Denkmediums verlieren, eines Zusammenhangesdenkender Beziehung-. In allen seinen "Bestimmungen bleibtalso dag'Absolutum ein Denkendes, und ein denkendes Wesenist alles, was es erfüllt. Damit ist der romantische Grundsatzder Theorie der Gegenstandserkenntnis gegeben. Alles, wasim Absolutum ist, alles Wirkliche denkt; es kann, weil diesDenken das der Reflexion ist, nur sich selbst, genauer gesagt!,nur sein eigenes Denken denken; und weil dieses eigene Denkenein erfülltes substantielles ist, so erkennt es sich selbst zu-gleich, indem es sich denkt. Als Ich ist das Absolutumund was in ihm besteht, nur unter einem ganz besonderenGesichtspunkt zu bezeichnen. Die Windischmannschen Vor-lesungen, nicht aber die Athenäumsfragmente sehen es so an;auch Novalis scheint oft diese Betrachtungsweise zurückzu-stellen. Alle Erkenntnis ist Selbsterkenntnis eines denkendenWesens, das kein Ich zu sein braucht. Vollends das FichtescheIch, das dem Nicht-Ich, der Natur entgegengesetzt ist, be-deutet für Schlegel und Novalis nur eine niedere der unendlichvielen Formen des Selbst. Für die Romantiker gibt es vomStandpunkt des Absoluten aus kein Nicht-Ich, keine Natur imSinne eines Wesens, das nicht selbst wird. „Selbstheit ist derGrund aller Erkenntnis" 13 ' 2 ) heißt es bei Novalis. Die Keimzellejeder Erkenntnis ist also ein Reflexionsvorgang- in einem denken-den Wesen, durch den es sich selbst erkennt. Jedes Erkannt-werden eines denkenden Wesens setzt dessen Selbsterkenntnisvoraus. „Alles was man denken kann, denkt selbst 133 ): ist ein.Denkproblem" 134 ) lautet der Satz, den nicht umsonst FriedrichSchlegel in der Ausgabe, die er von den Werken seines ver-storbenen Freundes besorgte, an die Spitze der Fragmente stellte.Diese Bedingtheit jeder Objekterkenntnis in einer Selbst-erkenntnis des Objekts zu behaupten, ist Novalis nicht müdegeworden. In der paradoxesten, zugleich hellsten Gestalt indem kurzen Satz: „Die Wahrnehinbarkeit eine Aufmerksam-keit" 135 ). Ob in diesem Satz über die Aufmerksamkeit desGegenstandes auf sich selbst hinaus, noch die auf den Wahr-nehmenden gemeint ist, tut nichts zur Sache; denn selbst
J82) Schriften 579. 133 ) sc. sich selbst, «*) Schriften 285.»35) Schriften 293.