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zugleich die unausweisliche Unzulänglichkeit ihrer Bemühungeneingestanden, als eine notwendige zu bezeichnen gesucht undso endlich in diesem Begriff auf die notwendige UnvoIIständig-keit der Unfehlbarkeit, wie man es bezeichnen kann, angespielt.Eine besondere terminologische Beziehung ist schließlichfür den Kritikbegriff auch in seiner engeren, kunsttheoretischenBedeutung wenigstens vermutungsweise festzustellen. Erst mitden Bomantikern setzte sich der Ausdruck Kunstkritiker gegen-über dem älteren Kunstrichter endgültig durch. Man vermieddie Vorstellung eines zu Gericht-Sitzens über Kunstwerke, einesan geschriebene oder ungeschriebene Gesetze fixierten Urteils-spruches, man dachte dabei an Gottsched, wenn nicht etwanoch an Lessing und "Winkelmann. Ebenso sehr aber fühlte mansicü im Gegensatz zu den Theoremen des Sturmes und Dranges.Diese führten, zwar nicht durch zweiflerische Tendenzen, son-dern durch schrankenlosen Glauben an das Becht der Genialität,zur Aufhebung aller festen Grundsätze und Kriterien der Be-urteilung. Jene Bichtung durfte man als eine dogmatische,diese in ihren Wirkungen als eine skeptische auffassen; da lages überaus nahe, die Ueberwindung beider in der Kunsttheorieunter dem gleichen Namen zu vollziehen, unter dem Kant inder Erkenntnistheorie jenen Gegensatz geschlichtet hatte. Wennman den Ueberblick liest, den Schlegel im Anfang des Aufsatzes„Ueber das Studium der Griechen und Bömer" über die Kunst-richtungen seiner Zeit gibt, so möchte man glauben, daß erder Analogie der kunsttheoretischen und der erkenntnistheo-retischen Problemlage sich mehr oder weniger deutlich bewußtgewesen sei: „Hier empfahl sie 130 ) durch den Stempel ihrerAutorität sanktionierte Werke als ewige Muster der Nach-ahmung; dort stellte sie absolute Originalität als den höchstenMaßstab alles Kunstwerts auf und bedeckte den entferntestenVerdacht der Nachahmung mit unendlicher Schmach. Strengeforderte sie in scholastischer Eüstung unbedingte Unterwerfungauch unter ihre willkürlichsten, offenbar törichten Gesetze;oder sie vergötterte in mystischen Orakelsprüchen das Genie,machte eine künstlerische Gesetzlosigkeit zum ersten Grand-satz und verehrte mit stolzem Aberglauben Offenbarungen, dienicht selten sehr zweideutig waren" 131 ).
l3 °) sc. die Kunst. 131 ) Jugendschriften I, 90.