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der Gedanke des Ichs nicht eins ist mit dem Begriffe 'der Welt,kann man sagen, daß dies reine Denken des Gedankens de«Ichs nur zu einem ewigen Sich-Selbst-Abspiegeln, zu einerunendlichen Reihe von Spiegelbildern führt, die immer nurdasselbe und nichts Neues enthalten" 6 ?). Dem gleichen früh-romantischen Gedankenkreise gehört Schleiermachers treffendeFormulierung des Gedankens an: ,,Selbstanschauung und An-schauung des Universums sind Wechselbegriffe; darum ist jedeReflexion unendlich'' 53 ). Auch Novalis nahm den lebhaftestenAnteil an dieser Idee, und zwar gerade von Seiten ihres Gegen-satzes zu der Fichteschen. „Du bist erwählt, gegen FichtesMagie die aufstrebenden Selbstdenker zu schützen""' 1 ), schreibter schon 1797 an Friedrich Schlegel. Was er selbst nebenvielem andern an Fichte auszusetzen hatte, ist in den folgendenWorten angedeutet: „Sollte Fichte in dem Satze: das Ich kannsich nicht selbst begrenzen, inkonsequent . . . sein? Die Mög-lichkeit der Selbstbegrenzung ist die Möglichkeit aller Syn-thesis, alles Wunders. Und ein Wunder hat die Welt an-gefangen "•' 5 ). Bekanntlich begrenzt sich aber bei Fichte dasIch selbst durch das Nicht-Ich — allein unbewußt (s. o. p. 17).Diese Bemerkung von Novalis kann also ebenso wie die Forde-rung eines echten „Fichtismus, ohne Anstoß, ohne Nicht-Ichin seinem Sinn" 56 ) nur meinen, daß die Begrenzung des lohkeine unbewußte, sondern nur eine bewußte und damit relativesein dürfe. Hierin liegt in der Tat die Tendenz des frühroman-tischen Einwandes, wie er noch in den WindischmannschenVorlesungen zu erkennen ist, wo es heißt: „Das Ur-Ich, dasalles Umfassende im" Ur-Ich ist alles; äußer ihm ist nichtsi;wir können nichts annehmen als Ichheit. Die Beschränktheitist nicht bloß ein matter Widerschein des Ichs, sondern ein
r>a ) Vorlesungen 38. 53 ) Leben Schleiermachers, Denkmale derinneren Entwicklung Schleiermachers 11.8.
5 *) Briefwechsel 38 1.
5S ) Schriften 570. Gegenteilige Bemerkungen des Novalis, siehebei Simon „Die theoretischen Grundlagen des magischen Idealis-mus" 14 f. Es lassen sich bei der Unfertigkeit der NovalisschenGedanken und infolge des exzeptionellen Zustands der Ueber-licferung, in der sich fast alles bewahrt findet, was ihm durchden Kopf gegangen sein mag, zu sehr vielen seiner AeuUerungcuauch gegenteilige auffinden. Doch liegt an dieser Stelle ein pro-blemgeschichtlicher Zusammenhang vor, in dem Novalis im ge-nannten Sinne zitiert werden darf und muß.
58 ) Schriften herausgegeben von Minor III, 332.