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zum philosophischen Organon zu machen. Dieses Problem istin dem fragmentarischen „Versuch einer neuen Darstellung derWissenschaftslehre" von 1797 gestellt. Fichte argumentiert,dort folgendermaßen: „Du bist Deiner Dir bewußt, sagst Du;Du unterscheidest sonach notwendig Dein denkendes Ich vondem im Denken desselben gedachten Ich. Aber damit Dudies könnest, muß abermals das Denkende in jenem DenkenObjekt eines höheren Denkens sein, um Objekt des Bewußt-seins sein zu können; und Du erhältst zugleich ein neuesSubjekt, welches dessen, was vorher das Selbstbewußt, sein war,wieder bewußt sei. Hier argumentiere ich nun abermals wievorher; und nachdem wir einmal nach diesem Gesetz fort-zuschließen angefangen haben, kannst Du mir nirgends eineStelle nachweisen, wo wir aufhören sollten; wir werden sonachins Unendliche fort für jedes Bewußtsein ein neues Bewußt-sein bedürfen, dessen Objekt das erstere sei und sonach niedazu kommen, ein wirkliches Bewußtsein annehmen zukönnen" 26 ). Diese Argumentation gibt Pichte dort nicht wenigerals dreimal, um immer wieder auf Grund jener Endlosigkeitder Reflexion zu dem Schluß zu kommen, daß auf diese Weise„uns das Bewußtsein unbegreiflich" 2 ") bleibe. Fichte suchtalso und findet eine Geisteshaltung, in der Selbstbewußtseinschon unmittelbar liege und nicht erst durch eine prinzipiellendlose Reflexion hervorgerufen zu werden brauche. DieseGeisteshaltung ist das Denken. „Das Bewußtsein meinesDenkens ist meinem Denken nicht etwa ein zufälliges, ersthinterher dazugesetztes und damit verknüpftes, sondern esist von ihm unabtrennlich" 27 ). Das unmittelbare Bewußtsein desDenkens ist identisch mit dem Selbstbewußtsein. Wegen seinerUnmittelbarkeit wird es eine Anschauung genannt. In diesemSelbstbewußtsein, in dem Anschauung und Denken, Subjekt undObjekt zusammenfallen, ist die Reflexion gebannt, eingefangenund ihrer Endlosigkeit entkleidet, ohne vernichtet zu sein.
Im absoluten Ich ist die Unendlichkeit der Reflexion, imNicht-Ich die des Setzens überwunden. Mag auch Fichte viel-leicht sich über das Verhältnis dieser beiden Tätigkeiten nichtdurchaus klar gewesen sein, so ist doch deutlich, daß er ihrenUnterschied gefühlt hat und jede auf besondere Weise in seinSystem einzubeziehen suchte. Dieses System kann in seinemtheoretischen Teil keinerlei Unendlichkeit dulden. In der Re-flexion aber liegen, wie sich ergab, zwei Momente: die Un-
2S ) Fichte 526. 26 ) Fichte 527. ™) Fichte 527.