75Sie sähen doch jetzt wenigstens noch einen Zweck,warum sie lesen lernen sollten, und der Gedankean diesen Zweck wiegte sie in die süßesten Träumeein. Um des Angenehmen willen würden sieifrig, sich mit dem Nützlichen zu beschäftigen.Den meisten Kindern bleibt der eigentliche Zweckdes Lesenlernens ganz verborgen, und daher kommtes auch, daß sie in den ersten Zeiten des Schulbe-suchs gröstentheils wehklagen, wenn ihnen ihreFibel hingereicht wird, bis endlich die Macht derGewohnheit das Wehklagen gehemmt hat. Siesollen lesen lernen, damit sie — lesen können.Mehr wird ihnen selten gesagt. Und ihnen garnoch eine angenehme Aussicht dabei zu eröfnen-es ihnen deutlich zu machen, daß sie durch Leseneinst sich viel Vergnügen würden verschaffen kön-nen —daran denkt man noch weit seltener. Be-handelt man aber auf die Weise wohl die Kin-der? Reißt man nicht auf die Weise sie mitGewalt dahin, wohin man mit ungleich bessermErfolge sie locken könnte?Wenn nun der Wunsch, lesen zu lernen, inhnen rege geworden wäre; so müste man ihnenein solches Buch dazu in die Hände geben, wo-durch sie in ihrer Erwartung erhalten und befestigtwür-
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