63ja, daß vielleicht kein einziger Lehrer es in dieserKunst zur höchsten Vollkommenheit bringen kann.Sie hängen eben so, wie jeder andere Mensch,von tausend innern und äussern Umständen ab, dieSie nicht allemal in Ihrer Gewalt haben. DieVerschiedenheiten der Witterung, des Blutum-laufs, des Verdauungsgeschäfts; häusliche Vor-fälle, Amtsverdrüßlichkeiten und dergleichen ha-ben auch auf Sie einen mehr oder weniger merkli-chen Einfluß, und es würde unbillig seyn, wennman dies nicht auch mit in Rechnung bringenwollte. Allein um desto mehr Verdienst ist esdenn doch auch für Sie, wenn Sie sich Gewaltanzuthun, Ihrem Character Festigkeit zu geben,und wenigstens beim Schulunterricht Ihren Ton,Ihre Miene, Ihr Betragen unverändert beizube-halten wissen. Sie werden sich dadurch nichtnur selbst die Lasten Ihres Amts oft erleichtern,sondern auch den Gesichtspunct, aus welchem Sievon Ihren Schülern und Schülerinnen betrachtetwerden müssen, ganz unerschütterlich sesisetzen.Nie wird man sich auf Ihre Veränderlichkeit ver-lassen, und, eben dadurch bewogen; auch seinBetragen gegen Sie verändern. Nie wird manIhre Freundlichkeit mißbrauchen, welches dochsonst unvermeidlich wäre, wenn Sie dieselbe stetsmit
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