54Hier, mein Freund! sehen Sie denn nun diedrei wesentlichsten Erfordernisse der Eltern sowohlals der Lehrer — Liebe, Zutrauen, Ansehenbei den Kindern. Halten Sie dagegen nun Ihrbisheriges Betragen, und dann urtheilen Sieselbst, ob Sie den Weihrauch verdienen, den manIhnen dampfen läßt, oder ob ihn nicht vielmehrnur Verblendung und Unwissenheit ausstreuen!„Furcht ist nicht in der Liebe“ sagte schon je-ner sanfte Menschenlehrer; und wo Furcht ist,da fällt auch alles Zutrauen hinweg, da werdenbloß selavische Seelen gebildet, da geschieht allesmit Unmuth und Widerwillen. Ueberdenken Siedoth also nur einmal, was Sie thun, wenn SieIhre Zöglinge mit einer so unvernünftigen Stren-ge behandeln! Sollten Sie nicht billig die Kin-der nur für Kinder halten, und aus diesem Ge-sichtspuncte auch ihre Fehler würdigen, anstatt sichinnicht gleichgültig seyn darf. Hat er irgend ein Ge-brechen an seinem Körper, sind seine Augen kurzsich-tig, ist, sein Gehör schwach, seine Sprache stam-melnd, oder hat er sich z. B. in seinen Gesichtszügenirgend eine Verzerrung angewöhnt; so ist auch dasLächerlichwerden unvermeidlich. Sein Ansehen fälltdahin, und der Muthwille der Kinder nimmt zu.A. d. H.
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1 (1790)
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