Druckschrift 
Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
Entstehung
Seite
497
Einzelbild herunterladen
 

Handel und. Industrie der Stadt Düsseldorf.

41)7

Auch der Handel mit Farbmaterialien, Droguen undFarbholz, mit Thran, Fabriköl und Wein ist keineswegsunbedeutend.

Recht gut war während des jetzt zu beschreibendenZeitraumes die Textilindustrie beschäftigt. Die Kattun-druckereien stellten beispielsweise im Jahre 1846 über100 000 Stück fertiger Waaren her; sie würden diese Zahlnoch sehr überschritten haben, wenn es nicht an dem nöthigenRohstoff, an rohem Nessel gefehlt hätte. Die Türkisch-Roth-Färbereien, in der ersten Hälfte der vierziger Jahreein blühender Industriezweig, gingen vom Jahre 1846 ab,in welchem ihre Production auf circa 5 Millionen PfundGarne geschätzt wird, immer mehr zurück, weil auf Twisteund Farbstoffe ein so hoher Eingangszoll gesetzt war, daasdadurch die Concurrenz dem Auslande, namentlich Belgiengegenüber, nicht behauptet werden konnte. Bei gleichenEinkaufspreisen mit dem Engländer hatte der hiesige Fabri-kant nämlich pro 1000 Pfd. 47 Thaler Bezugs- und Zoll-kosten, gleich^'X, des Werthes des Rohstoffes zu tragen.In Folge dessen, namentlich auch, weil ein für die Ausfuhrder gefärbten Garne erbetener Rückzoll nicht gewähltwurde, gingen mehrere hiesige Fabrikanten dazu über,in Belgien, wo erwähnte Eingangszölle nicht gezahlt wurden.Filialen ihrer Fabriken zu errichten.

Sehr belebt war in der Mitte der vierziger Jahre derFruchtmarkt. Im Jahre 1846 wurden circa 150 000 Centnermehr hier angefahren als im Jahre 1845. Hierbei machtesich der Mangel geeigneter Räume zum Aufspeichern derFrüchte so sehr bemerkbar, dass mehrere für Düsseldorfbestimmte Schiffe zum Unterbringen ihrer Ladungen nachNeuss dirigirt werden mussten. Die Handelskammer be-mühte .sich daher für die Beschaffung entsprechender Idea-litäten in der Nähe der sogenannten Reuterkaserne, sowieauf freien hierzu geeigneten Plätzen vor dem Bergerthore.

Von noch grösserer Bedeutung für den hiesigen Handel,namentlich für die Sicherheit des Transpor es und zugleichauch zur Beseitigung der französischen Concurrenz wurdedie auf Veranlassung der Handelskammer im Jahre 1842ins Leben gerufene Gesellschaft für den See-, Fluss- undIjandtransport, welche im Jahre 1845 auf 8750 Policeneinen Werth von circa ll 1 / 3 Millionen Thaler versicherte.Vom Zeitpunkt der Eröffnung ihres Betriebes an entwickeltediese Gesellschaft fortschreitend eine immer grössere Thätig-keit.

In das allgemeine Aufblühen fast aller Industrie- undHandelszweige brachte das Jahr 1848 durch die politischenUnruhen eine früher nie in diesem Masse gekannte Störung.

32