a) Zur Geschichte der bildenden Kunst in Düsseldorf.
Von
E. Daelen.
|it dem Jahre 1888 hat Düsseldorf ein weiteres,das sechste Jahrhundert seit seiner Erhebungzur Stadt zurückgelegt. Ein Rückblick aufdieses letzte Säculum zeigt, dass dasselbe einebei weitem tiefgehendere Umwandlung imganzen Wesen der Stadt mit sich gebracht hat, wie irgendeines der fünf vorangegangenen. Das Hauptmotiv zu dieserThatsache liegt in dem Umstände, dass Düsseldorf in dieserZeit eine Kunststadt von hoher Bedeutung geworden ist.Das hat dem letzten Jahrhundert im Leben der Stadt seineSignatur, seinen eigentlichen Charakter aufgeprägt, ihmdadurch eine unberechenbare Wichtigkeit verleihend. Heute,da die Düsseldorfer Kunst wie ein mächtiger Baum in üppigsterBlüthe prangt, ist es wohl von Interesse, in der Er-innerung noch einmal ihrer Entwickelung von den erstenKeimen an nachzugehen.
Der Anfang der Entstehung verliert sich wie bei allenDingen in's Dunkle, Unerforschliche. In den ersten Jahr-hunderten des Bestehens der Stadt scheint die Kunst-übung in ihren Mauern keine hervorragende gewesen zuBein. Wenigstens fehlen darüber so gut wie alle Nachrichten,und der Forscher könnte hier auch mit dem Famulus WagnerBeufzen: „Wie schwer sind doch die Mittel zu erwerben,durch die man zu den Quellen steigt."
Was in jener Zeit von Kunstwerken in Düsseldorf zurAufstellung kam, in den Kirchen oder im Schlosse, warhauptsächlich von auswärtigen Künstlern verfertigt: sodie unter dem Namen daa Kreuz bekannte, vot der Lamberti-