Geschichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorfs
Adelbert Natorp,K. Consistorialrath und Pfarrer der ev. Gemeinde.
|ie jetzt etwa 32 000 Seelen zählende und instetem raschem Wachsthum begriffene evan-gelische Gemeinde zu Düsseldorf mitihren Schwestern, der evangelischen Gar-nison - Gemeinde und der Anstalts-gemeinde Düsselthal, kann ihre Ursprünge bis in dieersten Zeiten der Reformation verfolgen, ist aber erst imJahre 1825als „evangelische unirte Gemeinde"aus der Vereinigung der vormals reformirten undder lutherischen Gemeinde hervorgegangen, währenddie Garnisongemeinde mit dem Jahre 1815 und die ParochieDüsselthal am 17. Juni 1859 als selbständige Gemeindenvon ihr ausschieden. Aber auch jene beiden über 250 Jahrevon einander getrennten Gemeinden, die reformirte und dielutherische, treten erst mit dem Jahre 1609 als solche indie Oeffentlichkeit, während sie bis dahin als sogenannte„geheime Gemeinden" oder „Kirchen unter dem Kreuze"etwa vierzig Jahre hindurch bestanden hatten, und ihreVorgeschichte verliert sich in den reformatorischen Be-wegungen, welche bis zum Jahre 1570 unsere Stadt wie dasganze Ländergebiet der Herzöge von Cleve-Jülich-Berg undMark beherrschten.
Schon Johann III. (1511—1539), der „Fried-fertige", welcher als Jungherzog von Cleve die Tochterdes Herzogs Wilhelm's II. von Berg, Jülich und Ravensberg,