Druckschrift 
Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
Entstehung
Seite
492
Einzelbild herunterladen
 

492

Handel und Industrie der Stadt Düsseldorf.

gefährdenden öffentlichen Waaren-Auctionen, wie dasHausiren durch Reisende von Haus zu Haus. LetztereKlagen wurden aber auch bald bei den Grossisten laut,deren Geschäfte durch holländische Grosshändler dadurchhöchst nachtheilig beeinflusst wurden, dass dieselben durchihre Agenten und Provisionsreisenden in hiesiger Gegendin Colonial- wie in anderen Waaren bei den ConsumentenAufträge in den kleinsten Quantitäten entgegennahmenund solche auch sofort effectuirten.

Die vorhin erwähnte günstige Verbindung Düsseldorfsmit den ober- wie niederrheinischen Plätzen vermittelstder Segel- wie Dampf-Schifffahrt sollte im Jahre 1837 eineerhöhte Bedeutung durch eine directe überseeische Ver-bindung mit London erfahren. Zu diesem Zwecke hattesich am hiesigen Platze, in Crofeld, Gladbach und in Kölneine sogenanntedeutsch-englische Dampf schifffahrts-Ge-sellschaft" gebildet, welche in kurzer Zeit zur Inangriff-nahme ihres Planes ein Capital von 100 000 Thalern zu-sammenbrachte. Aber schon im folgenden Jahre musstedas Project aufgegeben werden, weil innerhalb des Comiteesdurch die Kölner Mitglieder Differenzen herbeigeführtwurden, welche das ganze Unternehmen zum Scheiternbringen mussten.

Mit um so grösserer Energie wurde das schon im Jahre1832 hier aufgetauchte Lieblingsproject einer Eisenbahn-verbindung Düsseldorfs mit Elberfeld durchgesetzt. DerVerkehr zwischen diesen Handelsplätzen war damals ein sosehr ausgedehnter, dass an der Rentabilität des neuenUnternehmens nicht gezweifelt werden konnte, weshalb esauch überall in den interessirten Kreisen Anklang fand.Das im Jahre 1836 auf der Düsseldorf-Elberfeider Land-strasse beförderte Güterquantum erreichte nahezu eineMillion Centner. Die Personenfrequenz war so gross, dassder Postverkehr zwischen hier und Elberfeld nächst dem-jenigen von Berlin und Köln mit ihrer Umgebung der be-deutendste in der ganzen preussischcn Monarchie war; ingedachtem Jahre wurden auf dieser Strecke 12 500 Per-sonen befördert, gleich 34 pro Tag.

Sehr günstig und viel versprechend war dem Projectedie schon erwähnte, auf gemeinsame Anregung der Elber-felder und hiesigen Handelskammer am 22. September1836 ins Leben gerufene Dampf schiff fahrts-Gesollschaft fürden Nieder- und Mittelrhein, der Bau unseres Freihafens,die vorgesehene Errichtung der Schiffbrücke und die vonder Stadt Neuss vollführte Schiffbarmachung der Erft biszu ihrer Mündung unweit Düsseldorf. Letztere Anlagewar von Bedeutung wegen des nunmehr schnellen und