480
Handel und Industrie der Stadt Düsseldorf.
Absatz gehabt zu haben. Die» Handelsgesellschaft, welcheden Handlungsvorstand wählte, soll damals 160 Mitgliedergehabt und die Einwohnerzahl überhaupt 14 47:? betragenhaben.
In diese Zeit fällt auch der Ausbau unseres am Hol-garten gelegenen Sicherheitshafens, welcher auf Verfügiuü,Napoleons L, nachdem der alte, an der Hafenstrasse ge-legene, zugeworfen war, von französischen Galeerensclavenausgeschachtet wurde. Napoleon hatte nämlich 1811 be-stimmt, dass aus der Grundsteuer des damaligen Herzog-thums Berg eine Summe von 100 000 Franken alljährlichzur Verschönerung von Düsseldorf und zu nützlichen An-lagen, unter Anderem zur Anlage eines Sicherheitshafen.sverwendet werden sollte.—Aus den bei der Ausschachtungzusammengefahrenen Erdmassen entstand der Napolenns-berg.
Eine der letzten Verordnungen Napoleons für denHandel Düsseldorfs wie des gesammten Grossherzogthum»Berg betraf die Einführung eines Tabakmonopols. Nachdemselben war der Anbau, die Einfuhr und Verarbeitungfremden Tabaks hierselbst verboten. Sämmtliche vor-handenen Vorräthe und Maschinen zur Zubereitung des-selben mussten der Regierung gegen entsprechende Ent-schädigung eingeliefert werden und fand der ausschliess-liche Verkauf des Tabaks unter Aufsicht der Pariser General-Zoll-Administration statt. Die Hauptniederlage für danHerzogthum Berg, welche ihren Bedarf von der Regie ausParis bezog, war in Düsseldorf. Den Hauptvertrieb hatteam hiesigen Platze der Kaufmann Jacob Peltzer; eine Filialebefand sich auf der ehemaligen Napoleonsstrasse, zwischender Elberfelderstrasse und dem alten Paradeplatz.
Gegen Ende des Jahres 1813 lösten sich endlich dieFesseln, welche der Entwicklung des gesammten rheini-schen Handels so lange hinderlich gewesen waren. Am15. November 1813 kündigte der rassische GenerallieutenantGraf von Priest der Stadt Düsseldorf an, dass das Gross -herzogthum von den Alliirton besetzt und die Fremdherr-schaft beseitigt sei. In demselben Monate noch erfolgtedie Aufhebung des unnatürlichen, die Freiheit des Handel:?zerstörenden Continontalsystems, die Einfuhr der englischenWaaren wurde wieder erlaubt und ein im Jahre 1808 vonNapoleon erlassenes und für den Handel recht unbequemesZollgesetz abgeschafft.
Das Horzogthum Berg erfreute sich auch schon baldeines lebhaften Aufschwunges, nur Düsseldorf, die ehe-malige Residenz, sollte an diesem Aufblühen keinen beson-deren Antheil nehmen, obgleich der Handlungsvorstand