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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Handel und Industrie der Stadt Düsseldorf.

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mehr seine Bedeutung verloren, insofern es Jedem frei-stand, nach Entrichtung der betreffenden Steuer dersogenannten Patentsteuer jegliches Geschäft zu eröffnen,jedos Handwerk zu betreiben. Tn dem darauf folgendenJahre wurde angeblich zum Schutze der heimischen Textil-industrie eine Belohnung von 100 000 Pranken für den-jenigen ausgesetzt, welcher die Indigo-Pflanze hier so culti-vben würde, dass der daraus gewonnene Indigo dem vonauswärts bezogenen an Qualität gleich käme. Ferner solltemit einer Million Franken beschenkt werden, wer die taug-lichste Maschine zur Flachsspinnerei, wie solche bei derBaumwollverarbeitung schon eingeführt war, erfinden würde. 1 )Dagegen wurden im wirklichen Interesse der Unterthanenmannigfache Verordnungen zur Beschaffung guter Nah-tungsmittel erlassen. Beispielsweise war nach einem Decretvom März 1807 der Verkauf des Bieres nicht eher erlaubt,bis ein vom Polizei-Amte dazu bestellter Probemeister vondessen Güte sich überzeugt und hiernach den Preis auf6, 4 und 3 Stüber festgesetzt hatte. Zur Beschaffung guterBackwaaren wurden die Müller gehalten, nach einer vonder Stadtbehörde ihnen alljährlich vorgelegten Probe zumahlen, und durften die Bäcker nur nach diesem MusterGemahlenes verbacken. Aehnliche Bestimmungen ergingenfür die Metzger, welche schon mit 24stündigem strengenArrest bestraft wurden, sofern nur ein schlechtes StückFleisch in ihrem Hause vorgefunden wurde. Alle dieseium Schutze des inländischen Handels wie der einzelnenUnterthanen getroffenen Maassnahmen konnten jedoch denSchaden nicht aufwiegen, den die Oontinentalsperre ver-ursachte.

Von industriellen Anlagen werden um 18101812,nach einem in der damaligen Dänzer'sche Buchhandlungerschienenen Kalender, 2 Bleiweissfabriken, 2 Essig-fabriken, 6 Hut- und 3 Instrumentenfabriken, 2 Kratzen-und ß Lichterfabriken, 4 Liqueur-, 2 Möbel-, 1 Parapluie-,t Schreibfedern-, 4 Seifen-, 2 Senf- und 2 Wagenfabriken,! Siamosen-, 3 Tabakfabriken und eine Zuckerfabrik an-geführt. Ausserdem werden 13 Oolonial- und 5 Material-waarenhändler erwähnt, 19 Spediteure, 4 Wechselgeschäfte,14 Weinhandlungen und eine Bierbrauerei, 164 Wirtheund 7 Besitzer von Kaffeehäusern, 6 Apotheken, 5 Buch-händler, 7 Drucker und 3 Fruchthändler. Insbesonderewird eine in der ehemaligen Cisterzienser Abtei in Düssel-thal präparirte Stahl-Essenz als courante Waare ange-priesen und scheint dieselbe als Handelsartikel auch guten

') Thatsäohlich waren diese Massregeln gegen England gerichtet..