476
Handel und Industrie der Stadt Düsseldorf.
wegen der vielen mit dem dortigen Stapel verbundenenund mit Recht gefürchteten Chikane geflissentlich gemiedenwurde. Kein Wunder, dass in Folge dessen die Landstrassedes rechten Rheinufers zum Vortheile Düsseldorfs fastbelebter wurde, als der Rhein. Ein grosser Theil der zuBerg fahrenden Güter wurde nämlich am hiesigen Platzegelöscht und mit Umgehung des Kölner Stapels und derfranzösischen Douaniers von hier per Achse nach Zündorf— oberhalb Köln — gebracht, um von dort wieder perSchiff an den Oberrhein, meist nach Frankfurt überführty.u werden. Oder aber die Güter wurden direct von hierper Achse bis Frankfurt befördert. Ungeachtet der bedeuten-den, in Folge dieses unnatürlichen Verkehrs entstehendenSpesen, hatte derselbe zwischen Düsseldorf und Frankfurtum diese Zeit eine so grosse Ausdehnung, dass im Anfangedieses Jahrhunderts 104 745 Centner holländischer Güterhier eingingen, die alle, nach Abzug dessen, was davon hieram Platze und in der Umgegend consumirt wurde, auf demvorhin bezeichneten Wege über Zündorf rheinaufwärtsgingen. Gegen diese bevorzugte Stellung Düsseldorfsgingen aber bald die Duisburger sowohl wie die KölnerKaufleute und Spediteure vor, indem erstere bei dem da-maligen preussischen Minister von Struensee eine Ver-fügung erwirkten, nach welcher das Hauptzoll-Amt in Em-merich gehalten war, von jedem auf Düsseldorf fahrendenSchiffe einen ungleich höheren Zoll zu erheben, als vonden für Duisburg bestimmten, um auf diese Weiso sowohlden Waarenverkehr zum Oberrhein über den DuisburgerHafen zu führen, als auch die Spedition des damals schonbedeutenden bergischen Landes von seinem naturgemässenHafen abzulenken.
in gleicher Weise suchte die Kölner Handelskammerdie hiesigen Bemühungen, den Transit immer mehr aufdas rechte Rheinufer zu ziehen, zu vereiteln. Sie bemühtesich nämlich, durch Rundschreiben ihi'en auswärtigenHandelsfreunden begreiflich zu machen, dass die gegen-wärtig beliebte Beförderung der Güter per Achse überZündorf mit nicht geringeren Belästigungen verbunden sei,wie der Versandt per Schiff über Köln und Mainz, wo nur•einige Zoll-Formalitäten zu erfüllen wären.
Verhältnissmässig günstiger als zu Wasser, war die Ver-bindung Düsseldorfs in damaliger Zeit mit den benach-barten, wie ontfemteren Handelsplätzen, zu Lande. Nachden Mittheilungen der Jülich-Bergischen Wochenblätterhaben wir nämlich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundertsfolgende regelmässige Poetverbindungen: Zweimal in der