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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Handel und Industrie der Stadt Düsseldorf.

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den Bund der Hansa damals aufzuweisen hatten, hier amPlatze nicht kennen.

Doch bald gewann die Stadt an räumlicher Ausdehnungund Einwohnerzahl. Demgemäss nahmen auch der Handels-verkehr und die Gewerke einen entsprechenden Aufschwung.In der Mitte des 15. Jahrhunderts stand das Handwerkhier schon in einiger Blütho. Die Chronik berichtet unsvon den Privilegien der Schneider, Schuster, Schmiedeund Wüllengewandschneider, der Zunft der Kaufleute,den Vorrechten der Zimmermannsgilde, Schreiner, Maurer,Pliesterer, Dachdecker und Steinhauer, der Fassbinder undSchrödter, der Bäcker, Gold- und Silberschmiede und derVerfertiger chirurgischer Instrumente.

Leider fehlen uns ebensowohl specielle Mittheilungenüber den Inhalt der diesen Zunftgenossenschaften ertheiltenPrivilegien, als über ihre Leistungsfähigkeit, insbesondereauch über die vorzugsweise von ihnen verfertigten Specia-litäten.

Gegen Ende dieses Jahrhunderts, etwa um 1498, suchteHerzog Wilhelm II. den Handel der Stadt dadurch zu heben,dass er ihr den Krahnen zur freien Benutzung und mit deralleinigen Auflage überliess, denselben ihm zur Verfügungbu stellen, so oft ein Floss mit Wein für ihn ankomme. DieserKrahnen 1 ) befand sich in der Nähe des vorhin erwähntenehemaligen Pulverthurmes.

1556 wurde ein zweiter Krahnen vor dem Zollthore,wohin um diese Zeit auch das Zollhaus verlegt wurde, er-richtet, und gleichzeitig hierselbst auch ein neues Werfterbaut, so dass wir von diesem Jahre ab das sogenanntealte und neue Werft haben, welche beide durch das Schlossgetrennt wurden.

Die ältesten bekannten Verhandlungen über unsereWerftbauten datiren aus dem Jahre 1595. In demselbenfand hierselbst eine grossartige Ueberschwemmung statt,die zur Folge hatte, dass Stadtmauer und Werft so sehrbeschädigt wurden, dass eine sorgfältige Ausbesserungunbedingt nöthig erschien. Von der herzoglichen Regierungzu deren Vornahme ersucht, weigerte die Stadt sich be-harrlich, indem sie ausführte, dass die herzogliche Hof-kammer durch Bepflanzung der Lauswarth der. Stromdes Rheines direct auf die Stadt geleitet habe und den da-durch entstandenen Schaden auch selbst ausbessern üsse.Ihre Weigerung hatte us.at;ssen wenig Erfolg. Ohne Rück-sicht auf die von ihr geschist ;e Finanzlage wurde

') Nach einer privaton Mittheilung war derselbe auf Schiffenerrichtet.