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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Handel und Industrie der Stadt Düsseldorf.

In gleicher Intention war derselben schon 1371 dasRecht zur Erhebung des Maass- und Waagegeldes ver-liehen; sechs Jahre später wurde der Rheinzoll, der bis da-hin vor dem Duisburger Walde erhoben worden war, nachDüsseldorf verlegt.

Aus diesem Anlass wurde unterhalb des Schlosses dasRheinufer regulirt, mit dem Werftbau begonnen und inder Nähe des ehemaligen Pulverthurmes jetzigen Kar-melitessenklosters ein Zoll- und Lagerhaus Ederhausgenannt erbaut. 1 )

Die erste Einrichtung geschah zweifellos auf Kostendes Landesherrn, für dessen Rechnung auch der Zoll er-hoben wurde. Sehr bald aber, und schon vor dem Jahre1426,begnadigte" Herzog Adolf die Stadt mit dem Rechte,von jedem der rheinauf- und abwärtsfahrenden Schiffe2 Weisspfennige zu erheben, gegen Uebernahme der Ver-pflichtung, das Werft dafür zu unterhalten.Darumbburgermeister ind rath den warf auch erfflich bow haftighalden sullen", wie es in dem Bestätigungsbriefe des HerzogGerhard II. vom 13. Mai 1446 heisst. 2 )

Nach einem Heberegister aus der Zeit von 15661617soll das Werftgeld im 16. Jahrhundert durchschnittlich150 Mark, nach unserer Währung, das Eder- oder Lager-geld aber viel weniger betragen haben.

Im Jahre 1437 wurden der Stadt die Accise und dieEinkünfte der Grüt, oder das Bierbrauergerechtsam über-lassen, auf die ,,Bede "-Zahlung von 400 Mark, welche beider Aufnahme von Bilk in die städtischen Freiheiten be-dungen war, verzichtet, und die Fischerei in den Stadt-gräben bis Pempelfort freigegeben, im Jahre 1489 amSt. Margarethentage auch die Rheinfischerei und die Städ-tische nebst der Rumpels-Mühle in Bilk der Stadt in Erb-pacht überlassen. (5. Band der von Redinghoven'schenHandschriftensammlung in der Königlichen Staatsbibliothekin München.)

Dem Umstände, dass die Stadt erst in verhältniss-mässig später Zeit durch künstliche Förderung der Landes-herren sich entwickelte, ist es auch zuzuschreiben, dasswir Kämpfen zwischen den Zünften und dem Adel, Streitig-keiten zwischen einem aus sich selbst hervorgegangenenkräftigen Bürgerthume und der Landesherrschaft hiernicht begegnen, daher wir aber auch Handelsverbindungen,wie sie andere rheinische und westphälische Städte durch

x ) Der Pulverthurm explodirte 1634 und zerstörte gleichzeitigdas Ederhaus.

2 ) Die betreffende Urkunde iat nicht auf uns gekommen.