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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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448 Geschichte der militärischen Verhältnisse der Stadt Düsseldorf,

zösische Truppen durch Düsseldorf rückten. Hier bliebnur eine schwache Besetzung unter dem Obersten Winterzurück. In den folgenden Monaten wird an den Festungs-werken mit grossem Eifer gearbeitet, die benachbartenGemeinden wurden zur Schanzarbeit berufen, Bürger undLandleute mussten die schwersten Arbeiten verrichten, dieWaldungen wurden verwüstet, sogar Obstbäume brauchteman zu Faschinen und Pallisaden. Welche Lasten die Stadtzu dieser Zeit zu tragen hatte, geht daraus hervor, dassvom 6. September 1795 bis zum 31. Mai 1801 die Zahl von3 257 694 Einquartierungstagen für Mannschaften und420 121 Einquartierungstagen für Pferde berechnet wordensind. Die Franzosen wollten Düsseldorf zum grossen Waffen-platz für eine Besatzung von 36 000 Mann erweitern undumgaben die Festung daher mit einem weiten Halbkreisevon Verschanzungen, welcher sich vom Rheinufer bei Fleheum Bilk herum zum Wehrhahn bei Pempelfort und Deren-dorf vorbei bis Golzheim erstreckte und am Rhein endigte.Im Ganzen sollten 62 Batterien und Schanzen entstehen,welche mit 268 Geschützen zu besetzen waren und an welchenbis zum Jahre 1799 gearbeitet wurde. Ferner wurde nochan der Stelle des ehemaligen Forts Düsselburg ein starkerBrückenkopf angelegt. Die Festungsbauten wurden durchGeneral Kleber und am 10. März 1796 durch den generalen chef Jourdan, welcher in Bonn sein Hauptquartier hatte,besichtigt. Einem feierlichen Einzüge folgte grosse Heer-schau, Feste, Gelage und Feuerwerke, alles auf Kosten derBürger, welche noch gute Miene zum bösen Spiel machenmussten. Dass die Bürger schliesslich nicht mehr im Standewaren, die Einquartierung zu verpflegen und dass die Sol-daten dies selbst einsahen, geht aus der Erzählung einesin den 50. Jahren noch lebenden Augenzeugen hervor.Derselbe berichtet:

Ich begleitete eines Tages ein Bataillon der DivisionLefebre zu einer Uebung hinaus, welche auf den Sand-hügeln von Iklak vor sich gehen sollte, die zu gleichenZwecken auch heute noch von den Truppen häufig besuchtwerden. Die Kompagnien waren aufgestellt und das Exer-citium sollte beginnen, als wie auf Commando die Soldatendie Gewehre niederlegten. Der Bataillons-Chef ruft dieKompagnie-Chefs zusammen und fragt sie nach der Ursachedieses massenhaften Excesses sie wissen sie nicht.Darauf lässt der Chef das Bataillon ein Viereck formiren,ruft die Unterofficiere vor und verlangt von ihnen Aus-kunft. Diese erklären denn im Namen und aus Auftragder Kompagnie, dass sie der Republik dienten, diese aberauch verpflichtet sei, sie zu unterhalten; solches sei aber