Geschichte der militärischen Verhältnisse der Stadt Düsseldorf, 445
Schloss.Marstall, Kirche und Kloster derCölestinerinnen, sowieviele Privathäuser. Es entstand eine schreckliche Angstin der Stadt, an löschen dachte Niemand, die Bewohnerflüchteten nach Aussen oder suchten in den Kellern Schutzgegen die niederfallenden Geschosse. Die Churpfälzer hattensofort die Stadt verlassen und machten erst in Elberfeldund Barmen Halt. Die Churfürstliche Regierung, an derSpitze der Minister von Hompesch, verliess gleichfallsDüsseldorf. Das Bombardement hörte gegen Morgen auf,hatte aber der Stadt in dieser kurzen Zeit einen Schadenvon mehr als einer Million Thalern zugefügt. Aber nichtnur das Feuer, sondern auch Diebe und dergleichen Ge-sindel hatten in der Stadt arg gehaust; Churpfälzer warenzurückgeblieben, die gemeinsam mit Oesterreichern in derallgemeinen Verwirrung zu plündern begannen.
Die Landrentmeisterei und die Kellerei wurden er-brochen, es wurden an baarem Gelde 2729 Reichsthaler40 Stüber gestohlen, 63 Ohm Wein wurden vernichtet odergestohlen, im Keller soll man bis an die Knöchel im Weingewatet haben. Die Regierung erlitt einen Verlust von612 993 Reichsthalern 30 Stüber, der Verlust der Privatenist nicht abgeschätzt worden. Die Franzosen schienen mitder genommenen Vergeltung zufrieden zu sein, denn sieüberschritten den Rhein nicht, sondern errichteten auf demlinken Ufer nur ein Denkmal ihrer That mit der Inschrift:„Landrecy y venge par les soldats de la republique", welchesdarauf Bezug hatte, dass diese Festung an der Sambream 30. April desselben Jahres von den Oesterreichern unterdem Prinzen von Coburg genommen worden war. DiePfälzer rückten im April 1775 unter General von Zettwitzwieder zur Besetzung von Düsseldorf ein. Die Oesterreicherhatten sich in der Gegend von Düsseldorf nur durch Batteriengesichert und bezogen mit den Pfälzern gemeinsam dieKasernen, welche sehr überfüllt waren, da bis zu vier Mannin einem Bett schlafen mussten, auch die Treppenabsätzeund Speicherräume belegt worden waren. Der Festungs-dienst wurde streng gshandhabt und zwar mit solcher Stille,dass nicht mal getrommelt werden durfte. Im Juli 1795beschlossen endlich die Franzosen unter dem g6neral enchef Jourdan die Offensive zu ergreifen. Sie bauten zumSchutze eines Rheinüberganges grossartige Angriffsbatterienbis nach Uerdingen. Der Festung Düsseldorf gegenüberwarfen sie drei grosse Batterien auf, mit Scharten ver-sehen und durch Laufgräben verbunden. Sie enthielten27 Geschütze, die oberste Batterie, genannt batterie de lacitadelle, von 8 Geschützen, bestrich mit einer Schartedas Glacis, mit den 5 folgenden die Werke der Citadelle,