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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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444 Geschichte der militärischen Verhältnisse der Stadt Düsseldorf.

Düsseldorf, Major de la Treille Platzmajor. Die Mann-schaften waren sämmtlich in Kasernen untergebracht, dieGrenadiere und Füsiliere in der heutigen Infanterie-Kaserne,die nunmehr das zweite Stockwerk erhalten hatte. Dasalte Gasthaus zu beiden Seiten der Garnisonkirche dienteals Lazareth und wurden in einem Schuppen hinter derKirche die kupfernen Geschütze aufbewahrt. Die Cavalleriehatte eine Kaserne in der Neustadt, der jetzigen, welcheerst 1822 vollendet wurde, gegenüber. Die Artillerie lagin der Reuterkaserne, welche sich am Rhein unterhalb derLambertuskirche befand. Drei Pulverthürme befandensich in unmittelbarer Nähe der Infanterie-Kaserne. DieHauptwache war auf dem Burgplatz in einem besonderenGebäude vor dem Schloss, ausserdem gab es wie in allenFestungen Thor- und Kasernenwachen.

Düsseldorf hatte sich einer etwa 30jährigen Ruhe zuerfreuen gehabt, in welcher Zeit die Stadt sich rasch ent-wickelte, umsomehr, da die Festungswerke wie schon gesagtsehr ausgedehnt worden waren. Die Unruhen in Frank-reich sollten aber für Düsseldorf auch bedeutsam werden.Nachdem die Oesterreicher im October 1794 an verschie-denen Stellen, so auch bei Düsseldorf, den Bhein über-schritten und hier sehr von dem General Bernadotte bedrängtworden waren, erschienen am 6. October Morgens gegen 9 Uhrmehrere französische Ingenieur-Offiziere begleitet von einemInfanterie-Piquet am linken Bheinufer am KölnischenZollhaus, welches etwa da lag, wo jetzt die Wirtschaft vonSchwarz sich befindet. Sie pflanzten dort nach republi-kanischer Sitte einen Freiheitsbaum mit Jakobinermützeund der Revolutionsfahne auf. Dies wurde von der Festungaus beobachtet und feuerten auf Befehl des PfalzbaierischenCommandanten General Lamotte die Oesterreicher amZollthor ihre Geschütze gegen diesen Baum hin ab. Hier-durch wurde ein Capitain getödtet und mehrere Soldatenverwundet, was die Franzosen in die grösste Aufregungversetzte. Sofort wurde Meldung in's Hauptquartier zuNeuss entsendet und soll der unter General Bernadottebefehligende Divisions-Commandeur gerufen haben:DieOesterreicher und Pfälzer haben mir guten Morgen ge-wünscht, ich werde ihnen guten Abend bieten." Sofortwurden Anstalten getroffen, um diese Herausforderung zuzüchtigen. Am Nachmittag kamen mehrere hohe Officierenach Obercassel, um das Ufer zu recognosciren, 4 schwereGeschütze wurden bei Anbruch der Dunkelheit in einemGraben des abgetragenen Forts Düsselburg gebracht undbegann um 10 Uhr aus dieser nahen Entfernung ein hef-tiges Bombardement. Um Mitternacht brannten schon