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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der militärischen Verhältnisse der Stadt Düsseldorf. 443

Kurfürstlichen Durchlaucht aber anheimstellen werde, auswelchem Fundo die Arbeitsleute und Kosten zu zahlen undherzunehmen wären.

Wie vielseitig die Gesuche an den Magistrat waren,geht ferner aus dem Protokoll vom 13. und 17. April 1761hervor.

Der Schreinergeselle Maul zeigt an, dass ihm bei An-wesenheit des Schweizer Regiments Comte ein daruntergestandener, dann desertirter Soldat Crojan ein kleinesKind von 3 Jahren hinterlassen. Weil er aber unmöglichim Stande sei, das Kind zu erziehen, so begehre er, dassihm die Alimentations-Kosten ex publico fundo hergereichtwürden. Es wird beschlossen, ihm aus Stadtmitteln adinterim 2 Thaler zu verreichen.

Es würde zu weit führen, noch mehr aus den vor-handenen Raths-Protokollen zu erwähnen. Der Landes-fürst Karl Theodor ist nur 2mal in Düsseldorf gewesen,nämlich im Jahre 1746 und 1785. Seine Anwesenheit wurdemit grossen Festlichkeiten gefeiert, namentlich wurde ihmim letzteren Jahre ein grosses militairisches Schauspielbereitet. Die Besatzung von Jülich und Düsseldorf, 4 Regi-menter Fussvolk und ein Regiment Reiter bezogen aufder Haide zwischen Golzheim und Kalkum ein Lustlagerund führten im Beisein des Churfürsten Kriegsübungenaus. Ihre Stärke betrug 5000 Mann Fussvolk und600 Reiter.

An der Festung war weitergebaut worden, wodurchdie bisherige Südfront vom Flinger- bis zum Berger-Bastionentbehrlich wurde. Sie wurde 1787 geschleift und aufdiesem Terrain zwischen Citadelle und Kaserne ein neuesStadtviertel angelegt, denjenigen, welche sich hier an-bauen wollten, wurde 20jährige Steuerfreiheit in Aussichtgestellt. Die Garnison bestand Anfang der 90er Jahre ausdem 4., 7. und 13. Füsilier-Regiment zu ungefähr 500 Mannmit den Namen de la Motte, Graf von der Wahl, FürstIsenburg, hinzu kam ein Grenadior-Bataillon, das Kürassier-Regiment Graf Seyssel d' Aix und eine Kompagnie Fuss-artillerie. Die Uniformen sollen geschmackvoll gewesen sein.Die Infanterie und Cavallerio hatten weisse Röcke, das4. Regiment hatte dunkelblaue, das 7. grüne, das 13. schwarze,das Grenadier-Bataillon hellblaue, die Cavallerie rotheAufschläge, die Artillerie hatte hellblaue Waffenröcke mitschwarzen Abzeichen. Alle Truppen trugen Caskets mitwallendem R<ossschweif, der bei den Füsilieren und Ar-tillerie schwarz, bei den Grenadieren und Kürassieren weisswar. Der General von Dalwigk war Commandant von