Geschichte der militärischen Verhältnisse der Stadt Düsseldorf. 441
das Hospital abliefern müssen, ausgenommen die fran-zösischen. — Beschwerden über Einquartirung kommenvielfach vor.
Unterm 15. März beschwert sich der Kameralpächterzu Derendorf, desgleichen unterm 25. April Abt und Con-ventualen zu Düsselthal, sie übergeben nähere Vorstellungüber Hauptmann Roberz und Lieutenant Heydkamp inPempelfort, welche die Einquartierung zu regeln hatten.(Düsselthal war von allen Lasten befreit, wie aus der alsAnhang beigegebenen Schenkungsurkunde von JohannWilhelm I. zu ersehen ist.) Die genannten Offiziere er-scheinen vor dem Magistrat und wollen über die von derAbtei Düsselthal Einquartierungs halber geführte Be-schwerde ihre Verantwortung ablegen. Roberz sagt aus,er habe der Abtei mit Billet keine Einquartierung zur Lastgelegt. Vor etwa Monatsfrist seien in Pempelfort allein1000 Mann Schweizer eingerückt, Lieutenant Heydkampmüsse wissen, ob dabei die Abtei beschwert worden sei.Adjutant Heydkamp erwidert, diese 1000 Mann seien ohneOrdre des Bürgermeisters, sondern auf Befehl ihres Generalseingerückt und hätten eilends Quartier verlangt. Es seinicht möglich gewesen, sie mit Billets ordnungsmässig inPempelfort allein unterzubringen. Das geringste Haushabe 30 Mann erhalten. Wie nicht alle untergebracht werdenkonnten, habe sich ein Offizier mit einer Compagnie eigen-mächtig in Düsselthal einbillettirt. Die Abtei sei wegenLiegenschaften in hiesiger Bürgerschaft mit 109 Thalernin Anschlag gebracht und müsse daher ihre Last gleichandern tragen, wenn nicht, so sei hierzu specieller Beschlussdes Magistrats nöthig. Das Raths-Protokoll vom 4. Februarerwähnt eines Reglements des Duc de Broglio, Comman-dantenchef über Bequartierung der französischen Truppenund über Austheilung von Eourage, welches am 27. Januar1760 publiciert worden ist.
Raths-Protokoll vom 27. Januar 1760: Hiesige Bürgerbeschweren sich, sie seien übermässig mit Einquartierungbelastet und nicht im Stande, ihren Handel und Nahrungz\i treiben. Ihre Wirthsstuben und Zimmer seien voll Sol-daten, die nicht leiden, dass Bürger y 2 Maass trinken undsich setzen. In den Casernen sei noch Platz, dorthin könneja das Regiment von Rochefort gelegt werden, da die Bürgerbereits durch Artilleristen, Sappeurs, Mineurs, Pontonniers,Domestiques, Chirurgieurs etc. belastet seien.
Anton Pauls zeigt an: Durch den Corporalen zu Pempel-fort Henric Clausen seien ihm 24 Mann einbillettirt, annebsteine Wacht von 1 Lieutenant und 22 Mann ins Haus gelegt.