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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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439
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Geschichte der militärischen Verhältnisse der Stadt Düsseldorf. 439

Art. 19. Man reservirt sich fernere separirte articulenfals wegen etwaiger Uebereilung und Kürze der Zeit einoder anderes vergessen worden. Und dann diese hiec iudeüberleget, fort die schlüssigen obigen Capitulationes darauferfolget, so ist gegenwärtiges in duplo ausgefertiget, undbeiderseits eigenhändig nebst beygedruckt-angebohrnempettschaft unterschrieben worden den siebenten Juli 1758."

Die Bedingungen der Capitulation scheinen nicht überallgehalten worden zu sein, es sollen Geschütze vernageltund zerschlagen und viele tausend Centner Pulver insWasser geworfen worden sein. Nach andern Aufzeich-nungen wurde an der Neustadt aus mehreren Schiffen derHafer in den Rhein geschüttet. Im Mar stall in der Neu-stadt lag der Hafer kniehoch, Hammer Bauern kauftenfür wenig Geld grosse Mengen. Desgleichen wurde in derStadt Hafer, Mehl und Reis verschleudert und verdorben.Schuhe, von denen etliche tausend vorhanden waren, wurdenfür 1 bis 2 St über verkauft. Am 8. Juli Morgens begannder Ausmarsch der Besatzung, 150 hannoversche Grena-diere besetzten sofort das Rheinthor und konnte General-major von Wangenheim dem Commandanten seine Auf-wartung machen. Er wurde jedoch durch den General-lieutenant von Hardenberg abgelöst, um an der Erft weitereUnternehmungen zu leiten. Hardenberg Hess nach einigenTagen mit Trommelschlag auch in Hamm ankündigen,dass alle von den Franzosen gekauften Gegenstände zu-rückgegeben werden müssten. Der Stadt wurde eine Con-tribution von 150,000 Thalern auferlegt und wurden am18. Juli sechs vornehme Herren als Geissei hierfür nachHannover geschickt, wo einige von ihnen über ein Jahrin Gefangenschaft verblieben. In dieser Zeit waren die Fran-zosen wieder in den Besitz von Neuss gelangt. Am 1. AugustNachts 12 Uhr Hessen dieselben drei brennende Flösse,welche bei Urdenbach gefertigt waren, gegen die Brückebei Düsseldorf schwimmen, wodurch diese vollkommenzerstört wurde. Hierfür belegte Hardenberg die Bewohnervon Hamm mit einer Contribution von 2000 Thalern, dasie die brennenden Flösse rechtzeitig in Düsseldorf hättenmelden können, wodurch das Zerstören der Brücke ver-hindert worden wäre. Da Herzog Ferdinand mit seinerArmee in der Nacht vom 9. zum 10. August den Rheinbei Hoch-Elten überschritt, beschlossen die Hannoveranereinen heimlichen Abzug. In der genannten Nacht zogensie durch das Ratingerthor ab, nachdem sie vorher nochauf dem Mühlenplatz einen neuen Galgen errichtet hatten.In der Stadt Hessen sie das Gerücht ausbreiten, es sollten