434 Geschichte der militärischen Verhältnisse der Stadt Düsseldorf.
genügendes Belagerungsmaterial zu finden. Von einemBombardement von Düsseldorf konnte er sich viel ver-sprechen, da die Garnison schwach war, zwar nicht derZahl nach, denn sie bestand aus 12 Bataillonen, allein dergrösste Theil derselben und der Gouverneur selbst warenPfälzer. Es erschien nicht glaubwürdig, dass weder diesenoch ihr Hof mit Gleichgültigkeit zusehen würden, dassdie schöne Stadt und die Archive, sowie die kostbare Galleriein Rauch aufgingen und dies nur gegen die Aussicht einessehr zweideutigen Vortheils, nämlich, um die Franzosenzu verbinden, die so schon dem ganzen Lande sehr lästigfielen und die man nach ihrer eiligen Flucht von Crefeldschon aufgehört hatte zu fürchten. Der Herzog beeiltesich daher, dem schon in Neuss stehenden General vonWangenheim den Befehl zu schicken, die Stadt Düsseldorfam 27. Juni unter Bedrohung, unverzüglich in Brand ge-steckt zu werden, zur Uebergabe aufzufordern. Da die Ueber-gabe verweigert wurde, legte Wangenheim seine Batterienund seine Kessel in der Nacht vom 27. zum 28. Juni vordem Dorfe Heerdt an und eröffnete am Morgen des 28. Juniein lebhaftes Feuer mit Bomben und glühenden Kugeln.Die Besatzung antwortete zwar durch ein ausserordentlichstarkes Feuer von der Rheinseite her, ohne jedoch Schadenanzurichten. Die Kugeln der Belagerer fielen aber in dieStadt, zündeten vielfach und thaten grossen Schaden.Der Gouverneur fand sich nun bereit, die unterbrochenenUnterhandlungen wieder aufzunehmen und so kam es dennzu einer vorläufigen Capitulation. Der Gouverneur stellteGeiseln und erhielt die Erlaübniss, an seinem Hofe in Mann-heim Verhaltungsbefehle einzuholen. Nach Rückkunftdes Couriers wurde am 7. Juli alles Uebrige bald berichtigtund die Capitulation förmlich vollzogen, obgleich sich derfranzösische Commandant Graf von Bergeik heftig hier-gegen sträubte.
Die Capitulations-Bedingungen lauten wie folgt:Capitulation.
Nachdem zwischen endes unterzeichneter Generalitätund zwaren von seiten Ihrer Churfurstlichen Durchlauchtzu Pfaltz, Carl Theodor, Pfaltzgrafen bey Rhein, desheiligen Römischen Reiches Ertzschatzmeister an ChurFürsten in Bayern, zu Gülich, Cleve und Berg Hertzogen,Fürsten zu Moers, Marquisen zu Bergen ob Zoom, Grafenzu Veldentz, Sponnheim, der Mark und Ravensberg, Herrnzu Ravenstein etc. etc., General Lieutenant und comman-direnden Obristen über ein Regiment zu Fuss, auch Gou-