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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der militärischen Verhältnisse der Stadt Düsseldorft 433

sichere Räume waren nur in geringer Zahl vorhanden, auchgenügten dieselben nicht zur Aufnahme der Besatzung,zudem war die Citadelle nicht dazu angethan, die Stadtzu beherrschen, auch bot sie der Garnison keinen letztensichern Zufluchtsort. Da die Wassergräben durch die Dusselihren Zufluss erhielten, so konnten sie durch Ableitungdieses Baches leicht trocken gelegt werden und dem An-greifer die förmliche Belagerung erleichtern. Aus den an-gegebenen Gründen ist zu ersehen, dass die BefestigungDüsseldorfs ein Missgriff war; der Festungsbau und Unter-halt erforderte jährlich etwa 30 000 Thaler, die anderweitigbesser hätten verwerthet werden können. Düsseldorf hatnur dann Bedeutung gehabt, wenn es in der Hand des Be-sitzers des linken Rheinufers war, weil es für diesen einstarker Brückenkopf war, um sein Vordringen auf demrechten Ufer wirksam zu unterstützen. Unter Kail Theodor,dem Nachfolger Karl Philipps, wurde in Folge des Oester-reichischen Erbfolgekrieges beschleunigt an den Festungs-bauten gearbeitet, auch wurde zu jener Zeit das Berger-thor in seiner jetzigen Gestalt renovirt, wie die daran be-findliche Inschrift besagt. Der siebenjährige Krieg sollteauch nicht spurlos an Düsseldorf vorübergehen. Die Fran-zosen, welche während des österreichischen Erbfolgekriegesmit Kurpfalz verbündet waren, kamen nach Düsseldorfund sind auch noch nach dem zu Aachen geschlossenenFrieden hier geblieben, erst einige Jahre später zogen sieab, um jedoch mit Ausbruch des siebenjährigen Kriegesals Verbündete der Kaiserin Maria Theresia wieder hiereinzurücken. Düsseldorf wurde Hauptwaffenplatz undschalteten und walteten sie hier nach eigenem Ermessenohne Rücksicht auf die Landesregierung. Der GeneralClermont liess die Werke von Düsseldorf mit aller Sorgfaltarmiren.

Ein Aufruf an die Ritterschaft, sich zur Landes-vertheidigung zu rüsten, war erfolglos, da nur der Freiherrvon Dalwig zu Unterbach am festgesetzten Tage mit zweibewaffneten Dienern am Sammelplatz an der Rochus-kapelle zu Pempelfort erschien. Nach der Schlacht vonCrefeld am 23. Juni 1758 suchte der Herzog Ferdinandvon Braunschweig aus diesem Siege möglichsten Nutzenzu ziehen; zur Belagerung von Wesel fühlte sich der Herzognicht stark genug, da ihm das nöthige Kriegsmaterial fehlte,es blieb ihm daher nichts anderes übrig, als eine Unter-nehmung gegen Düsseldorf zu wagen. Sie empfahl sichzugleich als eine Vorbereitung zum Angriff auf Wesel, weildurch den Besitz von Düsseldorf das feindliche Heer durch-schnitten wurde, und weil der Herzog hoffte, hier noch

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