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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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432 Geschichte der militärischen Verhältnisse der Stadt Düsseldorf.

14. October 1744 datirt und nennt uns alle in der Festungbefindlichen Kriegsrequisiten und Vorräthe. Sie ergiebt207 Kanonen vom 24pfünder bis zur 81öthigen Feldschlange,22 Mörser, 100 Handmortiers; die Zeughausvorräthe sindnotirt mit: 2613 reparirten, guten und brauchbaren Mus-keten, 1 Justizschwert, 5 alten Turnier-Harnischen, 88 Stückalten Grenadirkappen (mit Bärenhäuten) vom GeneralHillersheim 'sehen Regiment und 2 ausgestopften wildenPferden.

Die zweite Notiz besagt, dass auf Befehl in denJahren 1748 und 1749 die Wälle mit Bäumen bepflanztwurden, um damit die schlechten Giebel der Häuser zu ver-decken. Aus diesen Jahren stammt auch noch eine Abhand-lung über eine sachverständige Besichtigung der Befesti-gungen von Düsseldorf durch den französischen Ingenieur'le Roige. Dieser giebt zunächst eine Characteristik derStadt, beschreibt dann eingehend die einzelnen Werke,zählt alle Fehler und Schwächen des Platzes auf, theilt dannseine Meinung über Angriff und Vertheidigung mit undmacht schliesslich Vorschläge zur Verbesserung der Festung,was in einem Kostenanschlage mit 434,100 Gulden zu be-wirken sei. Stellt man eine kritische Betrachtung derBefestigung von Düsseldorf an, so findet man sogleich,dass weder die topographische noch die politische Lage dieStadt zur Festung geeignet erscheinen lässt. Die Häusergehen bis dicht an das Ufer des Rheines, die Flussseite istdie schwächste der Festung, das andere Rheinufer ist nichtim Besitz des Churfürsten, der nothwendige Brückenkopffehlt; aus diesem Grunde können, wie wir sehen werden«auf dem linken Rheinufer mit Leichtigkeit Batterien erbautwerden, welche ausserdem durch den Rheindamm bei Ober-cassel gegen das Feuer der Festung gedeckt sind. Düssel-dorf war daher nicht für einen energischen Widerstandgeeignet.

Das ganze Festungssystem war nicht nach einemeinheitlichen Plane angelegt, nach und nach war der Bauausgeführt und so entstand eine ganz unregelmässige Be-festigung, die ausserdem zahlreiche Fehler im Grundrissaufwies und deren Profile sehr massig waren. Zudem warendie Höhenverhältnisse theilweise sehr schlecht berechnet;wir haben schon gehört, dass das Mühlenbastion vom Feldeaus eingesehen werden konnte, auch überragten an vielenStellen die vorliegenden Werke den Haupt wall, so dass vonhier aus nicht einmal das Glacis bestrichen werden konnte,in welchem sich auch noch Löcher und Gruben befanden,welche dem Angreifer gute Deckung darboten. Bomben-