428 Geschichte der militärischen Verhältnisse der Stadt Düsseldorf.
und auf diesem gewonnenen Terrain baute er die Reuter-kaserne und das Zeughaus. Als im Jahre 1685 PhilippWilhelm Churfürst von der Pfalz wurde, verlegte er seineResidenz nach Heidelberg, Hess .jedoch den ChurprinzenJohann Wilhelm in Düsseldorf, welcher nach dem Todeseines Vaters 1690 dort einen glänzenden Hof hielt und sodie Stadt zu grossem Ansehen brachte. Zunächst richteteer sein Augenmerk auf die stärkere Befestigung der Stadt.Die Werke wurden nach dem System Vauban verändertund erweitert, er Hess den Plan zur Extension entwerfen.Dieselbe sollte sich an das Flinger-Bastion, die Gegend desheutigen Stadtbrückchens, anschliessen, in der Richtungauf die Bahnhöfe hin sich erstrecken, dort einen Winkelbilden, im Bogen etwa über den heutigen Friedensplatz,die Neustadt umschliessen und am Rhein endigen. Aufdieser Linie sollten 5 Bastionen erbaut werden. Da dieGeldmittel nicht reichten und die Stände die Kosten nichtaufbringen wollten, so bestimmte eine neue Verordnungnur die Ausdehnung bis zu den jetzigen Bahnhöfen. Esentstanden 4 neue Bastione, Christianus, eigentlich nurContre-Garde des Flinger-Bastions, dann Anna (auchJosephus, weil die heutige Garnisonkirche sowohl der heiligenAnna, wie dem heiligen Joseph geweiht ist) auf dem heutigenExerzierplatz, hieran anschliessend als südöstliche Eckedas Bastion Petrus (auch St. Karl) und endlich am Ausgangder Kasernenstrasse das Bastion St. Paulus. Hier schlosssich die weitere Befestigung, von der südlichen Dussel um-flossen, mit verschiedenen kleineren Werken an die Contre-Gardedes südlichen Bastions der Citadelle „Dimentstein"(benannt nach dem Grafen gleichen Namens) an. Am Rheinelag das Thomas- oder Gouvernements-Bastion der Citadellemit dem Gouvernementshaus. Am südlichen Ende desheutigen Freihafens lag die Andreas-Batterie, das BastionSpee schloss die Citadelle hier gegen die Stadt. Das Stadt-brückchen wurde zur Verbindung mit der Extension er-baut, zur Citadelle führte die schon früher erwähnte Brückean der jetzigen Franziskaner-Kirche. Auf der Nordfrontefinden wir am Rhein das Bastion Schaesberg (benanntnach dem Grafen gleichen Namens) oder Karl Theodorund den Eiskeller oder Elisabeth-Augusta, an der Ostfrontedas Mühlen-Bastion oder Friedericus (erhalten in Mühlen-strasse und Friedrichsplatz) und das Flinger-Bastion oder-Rosenthal, auch Maria Franziska (erhalten in Flinger-strasse), zwischen beiden ein Ravelin, auf welchem die jetzigeElberfelderstrasse liegt. Auf der Südfronte lag gegen dieExtension hin am heutigen Carlsplatz das Berger-Bastion,axich St. Elisabeth und Carl August benannt (die Namen